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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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Falieri zu ihrer Lebensaufgabe zu machen. Meinen Wunsch, mich alsFreiländer in Freiland anzusiedeln, betrachtete mein Vater als über-spannte Narrheit. Du kennst seine Anschauungen, die ein seltsames Ge-mengsel von aufrichtigem Freisinn und aristokratischem Stolze sind,richtiger waren; hier in Freiland hatte die demokratische Seite seinerGrundsätze sich allgemach gewaltig ins Breite und Tiefe entwickelt;er begann sogar aufs feurigste für die freiländischen Einrichtungen zuschwärmen; wenn es einen anderen Zweig der Falieri gäbe, dem mandie Erhaltung der fürstlichen Familientraditionen hätte anvertrauenkönnen — xsr baeelw — mein Vater hätte mich sofort gewährenlassen. Aber um einer — und sei es auch noch so edlen — Schwär-merei willen, die Axt an den Stammbaum eines Hauses zu legen, dessenAhnen unter den ersten Kreuzfahrern gekämpft und späterhin als ita-lienische Duodez-Fürsten die Welt mit ihren (Schand-) Thaten erfüllt— das war mehr, als er mir zu gewähren vermochte. Gegen die Liebezu Bertha aber hatte er nichts einzuwenden; wirklich und wahrhaftig,lieber Freund, nicht das geringste. Im Gegenteil, er war ordentlichstolz auf mich, als ich ihm die Frage, ob ich denn der Gegenliebe desMädchens sicher sei, mit einem zuversichtlichen ,,Ja" beantworten konnte.„Blitzjunge!" rief er, „dieses Prachtgeschöpf so im Handumdrehen er-obern! Das soll uns Falieris jemand nachmachen!" Bertha hatte esmeinem Vater geradeso angethan, wie mir, und da dieser ganz im all-gemeinen vor den freiländischen Frauen den größten Respekt empfindet,so war ihm die „bürgerliche" Schwiegertochter ganz recht. Aber nurunter der Bedingung, daß ich den „tollen" Gedanken des Hierbleibensaufgebe. „Das Mädchen ist im kleinen Finger klüger als Du", riefer; „sie würde sich schön bedanken, wenn ihr der Bräutigam die Her-Zogskrone zerbrochen vor die Füße würfe. Freiländerin sein ist recht

schön — aber, glaube mir, Fürstin zu sein, ist noch schöner. Zudem

kann man ja diese beiden Vorteile recht wohl vereinigen. Den Winterund Frühling verbringt Ihr in unseren Palästen in Rom und Venedig;Sommer und Herbst hindurch könnt Ihr dann — wenn es Euch

recht ist, in meiner Begleitung — hier an Euren Seen und in

Euren Bergen die Freiheit genießen. Also es bleibt dabei; ich werbefür Dich um Bertha — aber von dauernder Ansiedelung hier keinWort weiter!"

Mir gefiel die Sache nicht; den Vorsatz, Freiländer zu werden,hatte ich — Du darfst es mir glauben — nicht der Geliebten halbergefaßt, aber deren Lichtgestalt vermochte ich mir nun einmal weder mitdem Fürstendiadem, noch in den Prunkgemächern unserer Schlösser zudenken. Indessen mußte ich mich dem Willen des Vaters einstweilenfügen und so brachte nun dieser seine Werbung an den Mann, indemer in meinem und Berthas Beisein deren Eltern um die Hand ihrer