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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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weilen aber auch zehn Wochen Urlaub von allen Geschäften und suchtwährend dieser Zeit Erholung, Vergnügen und Belehrung als Tourist.Insbesondere in den Hochlanden des Kilima-Ndscharo, Kenia und Elgon,des Aberdare und Mondgebirges, sowie an den Gestaden der sämtlichengroßen Seen wimmelt es mit Ausnahme der beiden Regenepochenjederzeit von fahrenden, reitenden, wandernden, rudernden und segeln-den Männern, Frauen und Kindern, die in vollen Zügen jegliche Lustdes Reifens genießen.

Überhaupt gehört sinnige, herzliche Freude an der Natur und ihrenSchönheiten zu den charakteristischen Eigenschaften der Freiländer. Siesind eben allesamt Eigentümer ihres gesamten Landes, und inniges Be-hagen an diesem ihrem köstlichsten Eigentum tritt überall zu Tage. Sohalte ich es z. B. für bezeichnend, daß nirgend in Freiland Bäche undFlüsse durch Abfallwässer vergiftet, nirgend malerische Berghänge durchwahllos angebrachte Steinbrüche verunstaltet werden, oder sonst einFrevel gegen die landschaftliche Schönheit zu rügen ist. Warum auchsollten diese selbstherrlichen Arbeiter um kleinlicher Ersparnisse willen —die sie zudem sehr bald mit aller Welt teilen müßten — sich selbereines so wesentlichen Genusses berauben, wie es eine möglichst gesundeund schöne Landschaft ist? Natürlich kommt diese verständige Pflegealler landschaftlichen Reize auch den Reisenden zu gute. Allenthalbensind Straßen sowohl als Eisenbahnen von mehrfachen Alleen präch-tiger Palmen eingesäumt, deren schlanke astlose Stämme nirgend dieAussicht behindern, während ihre dichten Kronen erquickenden Schattengewähren. Man hat infolge dieser ebenso einfachen als wirksamenEinrichtung beim Reisen hier unter dem Äquator von Hitze und Staubweit weniger zu leiden, als im „gemäßigten" Europa, wo währendder Sommermonate eine mehrstündige Eisenbahn- oder Wagenfahrthäufig zur Tortur wird. An allen schön und romantisch gelegenenPunkten haben die zahlreichen, mit den gewaltigsten Mitteln arbeiten-den Hotel- und Vergnügungsassociationen sowohl riesige Gasthöfe alseine Menge kleiner Villen angelegt, in denen die Touristen und Sommer-frischler je nach Laune und Geschmack für Stunden, Tage, Wochenoder Monate, gemeinsam zu Hunderten und Tausenden oder allein inländlicher Zurückgezogenheit, Unterkunft und allen erdenklichen Komfortfinden.

Wunderst Du Dich schon über den Luxus im Neyschen Hause, waswirst Du erst sagen, wenn ich Dir erzähle, daß hierzulande dem Wesennach jeder einfache Arbeiter so lebt, wie unsere Gastfreunde. Die Villenhaben einige Wohnräume weniger, die Möbel find einfacher, statt eigeneReitpferde in den Ställen der Transportgesellschaft zu halten, werdenMietpferde benützt, auf Kunstgegenstände, Bücher und zu wohlthätigenZwecken im Auslande wird weniger ausgegeben, das ist aber auch der