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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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entzogen werden; ihm auferlegte Abgaben müssen also in letzter Linieauf den Arbeitgeber oder den Consumenten abgewälzt werden. DerStreit um solche Anlagen ist daher bei Ihnen zu Hause ein Jnteressen-konflikt einzelner Grundeigentümer und Arbeitgeber, von denen ein Teilgewinnt, während andere leer ausgehen oder geradezu geschädigt werden.Bei uns dagegen ist jedermann gleichmäßig nach Maßgabe seiner Arbeits-leistung am Nutzen fruchtbringender Investitionen interessiert, und daebenso jedermann gleichmäßig nach Maßgabe seiner Arbeitsleistungenzur Kostendeckung herangezogen wird, so ist hier ein Interessengegensatz,oder nur eine Unverhältnismäßigkeit des Vorteils schlechterdings aus-geschlossen. 7 Millionen Hektaren werden durch die neuen Kanäleaus Sümpfen in fruchtbares Ackerland verwandelt werden; wer wirdden Vorteil davon haben, wenn dieser jungfräuliche, dicht an so vor-trefflicher Wasserstraße gelegene Boden um etliche Pfd. Sterling proHektar jährlich mehr trägt, als anderer? Nun offenbar jedermann inFreiland und zwar jedermann gleichmäßig, er mag Landbauer, Indu-strieller, Professor oder Beamter sein. Wer zieht Gewinn aus der Er-mäßigung der Frachten? Etwa bloß die Associationen und Arbeiter,welche die neuen Wasserstraßen zum Transporte thatsächlich benutzen?Keineswegs; denn jeden Vorteil, welchen sie solcherart erlangen, müssensie, Dank der unbeschränkten Beweglichkeit unserer Arbeitskräfte, mitjedermann in ganz Freiland teilen. Wir überlassen daher mit dergrößten Seelenruhe die Entscheidung über derlei Fragen jenen, die da-bei am unmittelbarsten interessiert sind. Diese wissen am besten, wasihnen nützt, und da ihr Nutzen sich vollkommen mit jedermanns Nutzendeckt, so steht ihnen jedermanns, d. h. des Gemeinwesens, Kasse soweit und frei geöffnet, wie nur immer ihre eigene. Mögen sie nurhineingreifen — je tiefer, desto besser! Wir haben nicht zu untersuchen,wem die Anlage nützt, sondern bloß, ob sie überhaupt nützlich ist,d. h. Arbeitskraft erspart."

„Wunderbar, aber wahr!" mußte mein Vater zugeben. „Da demaber so ist, da hierzulande wirklich die vollkommenste Jnteressensolida-rität besteht, so ist mir hinwieder unerklärlich, warum sie die Rück-zahlung jener Kapitalien verlangen, die das Gemeinwesen den einzelnenAssociationen vorstreckt."

„Weil das Gegenteil der Kommunismus mit allen seinen unver-meidlichen Folgen wäre", war die Antwort. „Der sich etwa ergebendeVorteil aus derartiger unentgeltlicher Kapitalzuwendung käme zwar auchhier Allen gleichmäßig zugute, wer aber könnte in diesem Falle dafüreinstehen, ob solche Kapitalanlagen vorteilhaft oder schädlich wären.Denn vorteilhaft ist eine Kapitalanlage doch nur in dem Falle, wennmit deren Hilfe mehr Arbeit erspart wird, als die Herstellung der Ka-pitalien selber kostet. Eine Maschine, die mehr Arbeit fordert, als