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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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ganze Debatte währte keine drei Stunden; nach Verlauf derselbenhatte die Verwaltung die Ermächtigung, 1077 Millionen Pfund Ster-ling, etwas mehr als die Anlagekosteu sämtlicher Kanäle der übrigeneivilisierten Welt betragen, binnen 5^ Jahren zu dem Zwecke aus-zngeben, damit Oceandampfer den afrikanischen Kontinent von Ostnach West durchqueren, aus dem Mittelmeere bis 10 Breitengradesüdlich vom Äquator eindringen und den Weg vom Mittelmeereins rote Meer gebührenfrei und ohne jeden Aufenthalt zurücklegenkönnten.

Ich war von all dem geradezu konsterniert. „Wenn ich mirnicht vorgenommen hätte, das Wort .unmöglich' hier aus meinemWörtervorrate zu streichen, so würde ich es jetzt anwenden", meinteich auf dem Heimwege Herrn Ney gegenüber. Bemerken will ich noch,daß in den freiländischen Parlamenten alle Vorlagen auch unter dasanwesende Publikum verteilt werden, so daß ich Gelegenheit gehabthatte, die Details des soeben zur Annahme gelangten Projektes ober-flächlich eiuzusehen. Du weißt, daß ich von derlei Dingen Einigesverstehe und so war ich denn in der Lage, den Plänen zu entnehmen,daß die beiden Binnenschiffahrtkanäle mehrere Wasserscheiden passieren.Eine dieser Wasserscheiden kenne ich nun zufällig ziemlich genau, dawir sie bei unseren Ausflügen erst kürzlich überschritten hatten; sie erhebtsich meiner Schätzung nach mindestens 500 Meter über die Kanal-sohle; ich fragte nun Herrn Ney, ob er denn wirklich mit einemWasserwege für Zweitausendtonnen-Schiffe 500 Meter auf- und ab-wärts klimmen wolle; das sei doch bau- und betriebstechnisch gleich un-ausführbar.

„Natürlich!" gab dieser lächelnd zu. „Wenn Sie jedoch die De-tailpläne genauer einsehen wollen, so werden Sie finden, daß wirsolche Wasserscheiden nicht vermittels zahlreicher Schlenßen über-steigen, sondern vermittels eines oder mehrerer Tunnels unter-fahren."

Jetzt blickte ich ihn aber erst recht ungläubig an und auch meinVater machte ein nicht minder erstauntes Gesicht.

„Was finden Sie daran gar so merkwürdiges, meine werten Gäste?Warum soll bei Kanälen unpraktisch sein, was bei Eisenbahnen, diedoch immer noch viel leichter über Berg und Thal zu führen wären,schon so lange und in so ausgedehntem Maße geübt wird?" fragteHerr Ney. „Unsere Kanaltunnels sind sehr teuer, das gebe ich Ihnenzu; da sie uns aber beim Betriebe das kostbarste von allen Dingen,d. i. menschliche Arbeit, ersparen, so sind sie für unsere Verhältnisseüberaus praktisch. Die Wasserscheide, von der Sie sprachen, ist gar nichtdie bedeutendste von allen; unser größter Durchbruch — er verknüpft dasFlußgebiet des Ukerewe mit dem des Indischen Occans — geht in einer