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Etablissement verunglückt, kommt manchmal vor. Aber dieses Verunglückendarf man sich nicht etwa als Bankerott vorstellen — wie sollen Unter-nehmer bankerottieren, die weder Grundrente, noch Kapitalzins, nochArbeitslohn zu bezahlen haben und denen für alle Fälle ihre hochwertigeArbeitskraft bleibt — sondern schlimmstenfalls als getäuschte Erwar-tung. Und verliert in einem ganz besonderen Falle das Gemeinwesenoder irgend eine Gesellschaft durch den vorzeitigen Tod eines Schuldnerswirklich die dargeliehene Summe — was kann das angesichts der ge-fahrlos umgesetzten Riesensummen unseres Verkehrs zu bedeuten haben?Sollte man zur Deckung solcher Verluste eine Prämie einheben, diewürde kaum Tausendteile eines Prozents betragen und wäre die ihret-wegen verspritzte Tinte nicht wert."
„Und stören auswärtige Katastrophen nicht zeitweilig den ruhigenGleichgang Ihrer freiländischen Arbeit? Werden Ihre Märkte nichtdurch ausländische Überproduktion mit Waren überflutet, für die ent-sprechende Verwendung fehlt?" fragte ich.
Daß die durch die anarchische Gestaltung der ausbeuterischen Pro-duktionsverhältnisse so häufig eintretenden heftigen Preisschwankungender Welthandelsgüter nicht auch für uns mit empfindlichen Unannehm-lichkeiten verknüpft wären, kann allerdings nicht behauptet werden. Wirsehen uns dadurch nur zu oft genötigt, einzelne Produktionen einzu-schränken und die damit frei werdenden Arbeitskräfte anderen Erzeugungs-arten znznwenden, ohne daß ein wirklicher Wechsel in den Produktions-kosten oder in den Bedarfsverhältnissen dies begründen würde. That-sächlich sind diese fremden, plötzlichen und unberechenbaren Einflüssebisweilen Schuld daran, daß zur Erhaltung des Gleichgewichts der Er-träge wirkliche Auswanderung von Arbeitskräften aus einer Produktionin die andere notwendig wird, während zu Ausgleichung der ausnatürlichen Gründen eintretenden Verschiebungen des Angebots und derNachfrage fast immer die Zu- oder Ableitung des Arbeiternachwuchsesgenügt. Eine tiefergehende Erschütterung unserer Erwerbsverhältnisseaber vermögen auch diese sprunghaften ausländischen Ereignisse nichtherbeizuführen. Gleichwie es unmöglich ist, eine Flüssigkeit, die jedemDrucke oder Stoße nachgibt und ausweicht, aus dem Gleichgewichte zubringen, so kann auch unsere Wirtschaft, gerade wegen ihrer absolutfreien Beweglichkeit, nie ihr Gleichgewicht verlieren. In unnütze, störendeBewegung mag sie gebracht werden, aber die natürliche Schwerkaft stelltsofort das Gleichmaß aller Verhältnisse wieder her."
Nach beendeter Mahlzeit lud uns Herr Ney ein, ihn in den Volks-palast zu begleiten, wo heute das Fachparlament für öffentliche Arbeiteneine Nachtsitzung halten werde, um über ein von ihm vorgelegtes großesKanalprojekt sich schlüssig zu machen. Er glaube, daß der Gegenstandauch uns interessieren werde. Wir nahmen mit Dank an.