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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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darzustellen, als man thatsächlich ist; ein solcher Versuch könnte hier-zu Lande nur Lächeln erwecken. Doch auch wer aus übertriebenemHange zu Wohlleben mehr ausgeben wollte, als er einnimmt, vermöchtedies nicht, da die Bank zu solchen Zwecken natürlich keine Kredite ge-währt, und ohne diese der Verschwender geradezu auf die Mildthätig-keit seiner Mitbürger angewiesen wäre, um seiner Neigung zu fröhnen.Die Höhe aller Einnahmen und Ausgaben liegt klar zu Tage, alle Weltweiß, was jedermann hat und woher er es hat. Und da es zudemjedermann freisteht, jeden beliebigen Erwerbszweig zu ergreifen, so könnenUnterschiede des Einkommens auch Niemandes Neid erwecken.

Nun warf aber Lord Elgin die Frage auf, ob sich aus der beiFeststellung von Honoraren unterschiedlicher Art, z. B. von Beamten-gehalten, unvermeidlichen Willkür keinerlei Widerspruch zu dem sonstgeltenden Prinzipe der unbeschränkten freien Berufswahl und demgerade aus dieser Freiheit hervorgehenden Gleichgewichte der verschie-denen Arbeitserträge ergebe. „Wenn der Ertrag aus Wollenwebereiaus irgendwelchem Grunde höher ist, als der aus Getreidebau, sowerden neue Arbeitskräfte insolange zur Weberei übergehen, bis derbeiderseitige Ertrag sich ins Gleichgewicht gesetzt hat; sollte sich etwaein dauernder Mehrertrag bei einem dieser beiden Produktionszweigezeigen, so kann dies angesichts Ihrer Einrichtungen offenbar nur daherrühren, daß die Arbeit in diesem ertragreicheren die unangenehmere,anstrengendere, oder auch die seltenere Kenntnisse und Fähigkeitenerfordernde ist; Niemand kann sich über die geringste Benachteiligungbeklagen und insofern ist die im Wege der Freiheit hergestellte Har-monie geradezu bewunderungswürdig. Aber sowie es sich um Ernen-nungen und Gehalte handelt, muß doch diese Gleichheit aufhören. Sieals Chef eines Verwaltungszweiges verdienen 1400, Ihr Nachbar-Handarbeiter bloß 600 Pfund; woher wissen Sie, daß letzterer sichdarob nicht benachteiligt fühlt?"

„Wenn Sie, Mylord", — meinte lächelnd Herr Clark — „dar-unter verstehen, woher ich wisse, ob sich mein Nachbar nicht dadurchvon der Natur benachteiligt fühle, daß er außer Stande ist, gleichmir 1400 Pfund jährlich zu verdienen, so muß ich Ihnen antworten,daß ich darüber thatsächlich bloß Vermutungen, aber keine sichere Wissen-schaft besitze; wenn Sie aber meinen, daß dieser mein Nachbar odersonst jemand in Freiland in meinem höheren Gehalte einen mirdurch behördliche Willkür oder Gunst der Wähler zugewendeten, mög-licherweise auch überflüssigen Vorteil erblicken könnte, so darf ich diesentschieden bestreiten. Denn mein Gehalt ist in letzter Auflösung geradeso das Ergebnis der freien Konkurrenz, wie der Arbeitsertrag meinesfraglichen Nachbars. Ob ich der richtige Mann auf meinem Postensei, darüber entscheidet allerdings die durch keinerlei automatisch wirkende