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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
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18 . Kapitel.

Edenthal, 6. August.

Gestern besichtigten wir in Begleitung der beiden englischen Ge-schäftsträger die freiländische Centralbank, deren allumfassendes undgerade wegen dieser seiner Allgemeinheit verhältnismäßig so überauseinfaches Abrechnungssystem die höchste Bewunderung der sachverständigenbeiden Herren erntete. Die Erkenntnis, mit wie verschwindend geringenBarbeträgen sich hier die Ausgleichung des gesamten riesigen Umsatzesvollzog, regte Lord Elgin zu der Frage an, wozu Freiland überhauptdas Gold als Wertmesser beibehalte; er sprach die Meinung aus, eswäre, da man ohnehin die wichtigsten Leistungen nach dem Werte derArbeitszeit berechne, das Einfachste, diese Rechnungsmethode zu ver-allgemeinern, d. h. die Arbeitsstunde als Wertmesser, als Geldeinheitzu gebrauchen. Dies würde — so glaube er — auch der gesamtensozialen Ordnung Freilands weit besser entsprechen, in welcher doch dieArbeit Quelle und Grundlage allen Wertes sei.

„Das ist", entgegnete der Direktor des Instituts, Herr Clark, „einevon Fremden wiederholt schon geteilte Anschauung, sie beruht aberlediglich auf einer Verwechslung des Wertmaßes mit der Quelledes Einkommens. Wir in Freiland haben der Arbeit das Recht aufden ganzen mit ihrer Hülfe hervorgebrachten Ertrag gesichert; wir be-gründen dies aber nicht durch die unwahre Behauptnng, daß Arbeitdie einzige Quelle des Wertes dieser Erträge sei, sondern dadurch, daßwir behaupten, der Arbeitende habe auch auf jene anderweitigen Faktoren,nämlich Kapital und Naturstoffe oder -Kräfte, die zur Wertbildung er-forderlich sind, den gleichen Anspruch wie auf seine Arbeitskraft selber.Doch das nur nebenbei. Selbst wenn Arbeit die einzige Wert quelleund der einzige Wertbestandteil wäre, ist sie doch der denkbar