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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
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16. Kapitel.

Edenthal, den 28. Juli.

Ich konnte mein Versprechen, Dir bald zu schreiben, nicht halten,weil die vergangene Woche einer Reihe kürzerer oder längerer Ausflügegewidmet war, die ich mit David teils zu Pferde oder mittels auto-matischer Wagen in die unmittelbare Umgebung Edenthals und derbenachbarten Danastadt, teils mit der Eisenbahn bis an die Ufer desUkerewe unternahm. Ich lernte solcherart eine ziemliche Anzahl frei-ländischer Städte und ebenso mehrere zerstreute Industrie- und Acker-baukolonien kennen. Ich sah die lieblichen, in schattige Wälder ein-gebetteten Orte des Aberdaregebirges mit ihrer gewaltigen Metall-industrie; Naiwaschacity, das Emporium der Lederindustrie und desWollexports, dessen Villenreihen den ganzen Naiwaschasee in einerLängenausdehnung von 64 Kilometern umrahmen; die Ansiedelungenin den Bergen nördlich vom Baringosee mit ihren zahllosen Herdenedler Pferde, Rinder, Schweine, Schafe, zahmer Elefanten, Büffel,Zebras, mit ihren Gold- und Silberbergwerken, und Ripon, denHauptort der Mühlenindustrie und des Ukerewehandels. In allenStädten fand ich dem Wesen nach die nämlichen Einrichtungen wie inEdenthal; elektrische Eisenbahnen in den Hauptstraßen, elektrische Be-leuchtung und Beheizung, wissenschaftliche Anstalten, Theater u. s. w. Wasmich jedoch zumeist überraschte, war, daß auch die ländlichen Ansiedelungenmit sehr geringen Ausnahmen eines hochentwickelten städtischen Com-forts nicht entbehren. Elektrische Bahnen ziehen auch an ihnen vor-über und setzen sie mit den Hauptverkehrslinien in Verbindung; wonur 5—6 Villen — denn der Villenstil herrscht ausnahmslos durchganz Freiland — nebeneinander stehen, findet sich elektrische Beleuch-tung und Beheizung; Telegraph und Telephon fehlen selbst dem ent-

Hertzka, „Freiland".