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legensten Gebirgsthale nicht, ebenso keinem Hause das Bad; und woeinige hundert Villen in nicht gar zu großer Entfernung zerstreutliegen, ist sicherlich ein Theater für sie gebaut, in welchem abwechselndSchauspiele, Concerte, Vorträge abgehalten werden. An Schulen giebtes allenthalben Überfluß, und wo irgend ein Ansiedler sich allzu ein-sam angebaut hat, als daß die Kinder eine in der Nähe gelegeneSchule besuchen könnten, dort sind diese bei befreundeten Familienuntergebracht, denn der Jugendunterricht darf in Freiland unter keinenUmständen leiden.
Daß ich die Gelegenheit nicht versäumte, mir das freiländischeVolk an seiner Arbeit — auf dem Felde und in der Fabrik — zubetrachten, ist selbstverständlich. Hier wurde mir die Größe Freilandserst offenbar. Ungeheuer, überwältigend war, was ich allenthalben sah.Von der Großartigkeit der maschinellen Einrichtungen, von der uner-meßlichen Kraftfülle, welche die gebändigten Elemente hier dem Menschenzur Verfügung stellen, kann sich der Abendländer ebensowenig eineVorstellung machen, als von dem raffinierten, ich möchte fast sagenaristokratischen Komfort, mit welchem die Arbeit überall umgeben ist.Keine schmutzige; aufreibende Handlangung verrichtet der Mensch; diesinnreichsten Apparate entheben ihn jedes wirklich unangenehmen Ge-schäftes; er hat der Hauptsache nach bloß seine unermüdlichen eisernenSklaven zu überwachen. Und nicht einmal durch ihr Klappern, Stöh-nen und Rasseln dürfen diese überall geschäftigen Diener das Ohr ihrerHerren beleidigen. Ich bewegte mich in den Stampfwerken von Leikipia,die den mineralischen Dünger für die dortige Bodenaffociation bereiten,zwischen Steinzermalmern von tausenden Centnern Stoßkraft, und keinlästiges Geräusch war zu hören, kein Atom Staub zu sehen. Ich durch-schritt Eisenwerke, in denen Stahlhämmer bis zu 3000 Tonnen Fall-gewicht verwendet werden; die gleiche Ruhe herrschte in den lichtenfreundlichen Fabriksälen, kein Ruß auf Händen oder Gesichtern derArbeiter störte den Eindruck, daß man es mit Gentlemen zu thun habe,die sich dazu Herbeilaffen, die Schmiedearbeit der Elemente zu über-wachen. Ich sah auf den Feldern ackern und säen — wieder dieselbeErscheinung des Herrn der Schöpfung, der durch den Druck einesFingers die Riesen „Dampf" oder „Elektricität" nach seinem Willenlenkt, wohin und wozu es ihm nützlich dünkt. Ich war unter derErde in den Kohlengruben und in den Eisenminen; auch dort fand iches nicht anders: keinen Schmutz, keine aufreibende Plage für den Men-schen, der in vornehmer Ruhe zusieht, wie seine gehorsamen Geschöpfeaus Stahl nnd Eisen für ihn schaffen ohne zu ermüden und zu murren,von ihm nichts anderes verlangend, als daß er sie lenke.
Während der nämlichen Ausflüge lernte ich auch eine Reihe be-sonderer in Freiland üblicher Vergnügungen näher kennen; ich besuchte