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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
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14. Kapitel.

Edenthal, den 12. Juli . .

Ich schreibe Dir diese Zeilen nach mehrmonatlichein Stillschweigenaus der Hauptstadt von Freiland, die mich und meinen Vater seiteinigen Tagen beherbergt. Was uns ins Land der socialen Freiheitgebracht hat? Du weißt, oder weißt vielleicht auch nicht, daß meineChefs auf Monte Citorio sich in letzter Zeit gegen den braunenNapoleon an der Ostküste Afrikas, den Negus Johannes V. vonAbyssinien, keinen Rat mehr wissen, und da ihnen solcher von unserenguten Freunden in London und Paris, wo man sich in gleichen Nötenbefindet, auch nicht erteilt werden kann, so einigten sich die drei west-inächtlichen Kabinette schließlich dahin, gegen die gemeinsame afrikanischeKrankheit ein afrikanisches Heilmittel zu suchen; diesem nachzuspürensind wir nun hier, von seiten Englands die Herren Lord Elgin undSir Bartelet, von seiten Frankreichs Mrs. Charles Delpart und Henride Pons, von seiten unseres Italien Principe Falieri und dessen Sohn,meine Wenigkeit nämlich. Beauftragt sind wir insgesamt, den Frei-ländern nahezulegen, daß es in ihrem wie in unserem gemeinsamenBesten gelegen wäre, wenn sie ihr Land zum Kriegsschauplätze gegeuAbyssinien hergeben wollten.

Der Negus, der uns Europäern, die wir Besitzungen an denafrikanischen Küsten des Roten Meeres und südlich der Straße vonBab-el-Mandeb unser eigen nennen, auch bisher schon viel zu schaffenmachte und gelegentlich des letzten Krieges die verbündeten englisch-französisch-italienischen Armeen in Schach hielt, ja ohne das Ein-greifen unserer Flotten denselben um ein kleines das Schicksal jenesägyptischen Heeres bereitet hätte, welches nach biblischen Berichten vor3300 Jahren im Roten Meere ertränkt wurde, der Negus, sage ich,