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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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Mitmenschen beizuspringen oder ihnen die Zuflucht nach Freiland offenzu halten, waren wir fest entschlossen, zu verteidigen, so weit unsereKräfte reichten, und Niemand in Freiland zweifelte daran, daß wirstark genug seien, um die Absperrungsgelüste der fremden Machthaberim Notfälle gewaltsam niederznschlagen. Nur war man in Freilandebenso einig darüber, daß zuvor jedes erdenkliche friedliche Mittel ver-sucht werden müsse, ehe man an die Waffen appellieren dürfe. Unddie Schwierigkeit einer unblutigen Einigung lag eben darin, daßersichtlich im Punkte der Anschauungen über die kriegerische StärkeFreilands ein Gegensatz zwischen unserer freiländischen und der außer-freiländischen öffentlichen Meinung bestand; während wir — wiegesagt — der Überzeugung waren, jedem Militärstaate der Welt, jaselbst mehreren zugleich durchaus gewachsen zu sein, hielten uns insbe-sondere jene Regierungen, mit denen wir diesfalls zu thun hatten, fürmilitärisch durchaus ohnmächtig. Wir mußten also darauf gefaßt sein,daß eine eventuell drohende Sprache unserer Bevollmächtigten gar nichternst genommen werden dürfte und daß gerade deshalb jeder Versuch,unseren Standpunkt energisch zu vertreten, nur durch einen thatsäch-lichen Krieg den erforderlichen Nachdruck erlangen könnte. Und einKrieg war es denn auch, der unseren Standpunkt allenthalben imAuslande zur Geltung bringen sollte, nur allerdings nicht ein Kriegmit einer europäischen oder asiatischen, sondern ein solcher mit einerafrikanischen Großmacht, ein Krieg zudem, der mit den soeben erörtertenFragen höchstens indirekt etwas gemein hatte, trotzdem aber auch diesezur Entscheidung brachte.

Wie dies kam, darüber sollen die in den nachfolgenden Kapitelnmitgeteilten Briefe Aufschluß geben. Dieselben haben den PrinzenCarlo Falieri, einen jungen italienischen Diplomaten zum Verfasser, dernachmals nach Freiland übersiedelte, in jener Zeit jedoch, von welcherdie Briefe handeln, im Aufträge seiner Regierung Edenthal aufsuchte.Zugleich werden diese Korrespondenzen ein lebhaftes Bild der frei-ländischen Zustände und der Lebensweise im fünfundzwanzigsten Jahreder Gründung bieten.