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hat den fünfjährigen, für uns nicht gerade rühmlichen Frieden —offenbar mit Hülfe gewisser guter Freunde in Europa — dazu benützt,um seine auch vorher schon Achtung gebietende Armee vollkommen nachabendländischem Muster zn organisieren. Er besitzt jetzt 300000Mann, durchweg mit Waffen bester, modernster Konstruktion versehen,eine vorzügliche Kavallerie von mindestens 40000 Köpfen, und eineArtillerie von 106 Batterien, die es, unseren Militärbevollmächtigtenzufolge, mit jeder europäischen an Tüchtigkeit aufnehmen soll. DieAbsichten aber, die Johannes mit diesen für das arme Abyssinien ge-radezu ungeheuerlichen Rüstungen verfolgt, können — insbesondere nachden Erfahrungen des vergangenen Lustrums — nicht zweifelhaft sein.Er will uns und den Engländern die Küstenplätze am Roten Meere,den Franzosen ihr Gebiet südlich von Bab-el-Mandeb abnehmen.Unsere Küstenfestungen und Flotten werden dies auf die Dauer nichtverhindern, falls es uns nicht gelingt, die Abyssinier in offener Feld-schlacht zu schlagen. Wie aber Armeen, die der reorganisierten abyssi-nischen gewachsen wären, an jenen unwirtlichen Küsten erhalten, wieeinen Feldzug mit dem Meere als einziger Rückzugslinie gegen einenFeind wagen, dessen furchtbare Offensivkraft wir auch bisher schon satt-sam kennen gelernt haben? Und doch muß dem Negus begegnet werden,koste es, was es wolle, da mit dem Preisgeben der Küstenorte dieVerbindung mit Ostasien und dem seit den letzten zwei Dezennien indie erste Linie des Welthandels gerückten Ostafrika für alle europäischenMächte verloren wäre. Ist uns doch nur zn wohl bekannt, daßJohannes V. sich diesbezüglich mit den weitestgehenden Plänen trägt.Heute schon werben seine Agenten in Griechenland, Dalmatien undselbst in Nordamerika Matrosen zu Tausenden, die offenbar bestimmtsind, eine Kriegsflotte zu bemannen, sowie der Besitz der Küstenpunktees den Abyssiniern ermöglicht, eine solche zu halten. Ob er dieseFlotte im Auslande kaufen, oder selber bauen will, ist annoch einRätsel. Wäre ersteres der Fall, so könnte es den Nachforschungen dervon dieser Znkunftsflotte bedrohten Mächte unmöglich entgehen; aberkeine der bekannten Schiffswerften der Welt hat derzeit Kriegsfahrzeugeunbekannter Bestimmung in Bau. Soll die abyssinische Flotte aberam Roten Meere gebaut werden, erst nachdem dessen Küsten inabyssinische Gewalt geraten sind, wozu braucht der Negus jetzt schondie vielen Matrosen? Keineswegs ist dieses Geheimnis geeignet, überdie Endabsichten Abyssiniens zu beruhigen — kurzum, man hat inLondon, Paris und Rom beschlossen, den Stier an den Hörnern zufassen und gegen den ostafrikanischen Eroberer angriffsweise vorzngehen.Die drei Kabinette wollen gemeinsam ein Expeditionskorps von min-destens 300000 Mann ausrüsten, und mit diesem sofort nach Ab-lauf des fünfjährigen Friedens — das wäre also Ende September