artikel des Kulturmenschen ausgedehnt, der hauptsächlichste Produktions-zweig aber ist die Maschinenindustrie geblieben. Sie erzeugt vornehmlichfür den inländischen Gebrauch, trotzdem ihre Leistungsfähigkeit schonseit Jahren die aller Maschinenfabriken der ganzen übrigen Welt zu-sammengenommen, sehr wesentlich übertrifft; Freiland hat ebenfür mehr Maschinen Verwendung, als die ganze übrige Welt zu-sammengenommen, denn die Arbeit seiner Maschinen ersetzt ihm dieSklaven- oder Knechtesarbeit der Anderen, und da unser — die civili-sierten Neger gar nicht gerechnet — 26 Millionen „Arbeitgeber" sind,so brauchen wir sehr viel stählerne und eiserne Knechte, um den mitjedem Fortschritte unserer Kunstfertigkeit stetig Schritt haltenden Bedürf-nissen zu genügen. Von unseren Maschinen also geht — mit Ausnahmeeiniger Spezialitäten — verhältnismäßig wenig über unsere Grenzen;dafür arbeitet die Landwirtschaft überwiegend für den Export, ja eskann füglich behauptet werden, daß die Gesamtproduktion des freilän-dischen Körnerbaues für den Export verfügbar ist, da die zur Deckungdes eigenen Bedarfs erforderlichen Mengen im Durchschnitt kaum sogroß sind, als die auf unsere Märkte gelangenden Überschüsse der Neger-produktiou. Im letzten Jahre waren 15 Millionen Hektaren Ackerlandbestellt gewesen, die in zwei Ernten einen Ertrag von 1200 MillionenZentner Körner- und sonstiger Feldfrüchte im Werte von rund 600Millionen Pfd. Sterling ergaben. Zu dieser Getreidemenge kamen nun nochfür 550 Millionen anderweitige Ausfuhrgüter, so daß der Gesamtexport1150 Millionen Pfd. Sterling betrug. Unter den Importartikeln da-gegen nimmt weitaus die erste Stelle der Posten: „Bücher und andereDrucksachen" ein, diesen zunächst folgen Kunst- und Luxusgegenstände.
Diese Ziffern schon lassen auf die Höhe des Reichtums schließen,zu welchem Freiland gediehen. In der That, der Gesamtwert der vonIst. Millionen Produzenten im letzten Jahre hervorgebrachten Erzeug-nisse hatte den Betrag von nahezu 7 Milliarden Pfd. Sterling erreicht,wovon nach Abzug von 2stz Milliarden zur Deckung der Ausgaben desGemeinwesens, 4st? Milliarden als Gewinn der Produzenten verblieben,aus welchem im Durchschnitt 600 Pfd. Sterling auf den einzelnenArbeiter entfielen. Und dabei hatten wir im Mittel blos 5 Stundentäglich oder 1500 Stunden im Jahre zu arbeiten gebraucht, so daß derdurchschnittliche Nettowert der Arbeitsstunde 8 Schilling erreichte, kaumweniger, als in gar manchen Teilen Europas der durchschnittlicheWochenlohn gewöhnlicher Handarbeiter.
Die Preise fast aller Bedarfsartikel in ganz Freiland sind dabeiimmer noch wesentlich billiger, als sonst in einem Teile der civilisiertenWelt. Ein Zentner Weizen kostet durchschnittlich 8 Schilling, ein Kilo-gramm Rindfleisch nicht ganz st 2 Schilling, ein Hektoliter Lagerbier oder-leichten Weines 10 Schilling, ein kompletter Anzug aus gutem Schaf-