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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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Wollstoff 20—30 Schilling, ein Pferd vorzüglicher arabischer Vollblutzucht15 Pfd. Sterling, eine gute Milchkuh 2 Pfd. Sterling u. s. w. Teuersind bloß einige vom Ausland bezogene Luxusartikel, z. B. einige Weineund alle nur durch Handarbeit herstellbaren Dinge, deren es aberäußerst wenige giebt. Diese werden sämtlich aus dem Auslande ein-geführt, mit welchem in Handarbeit zu konkurrieren, einem Freiländernatürlich nicht in den Sinn kommen kann. Denn obwohl die harmonischausgebildeten, vollkräftigen und intelligenten Arbeiter unseres Landesauch an Kraft und Geschicklichkeit ihrer Muskeln den entnervten, aus-gemergelten Knechten des Abendlandes sicherlich mindestens zwei- unddreifach überlegen sind, so vermögen sie doch nicht zu konkurrieren miteiner Arbeitskraft, die fünfzig- und hundertfach wohlfeiler ist, als dieihrige. Ihre Überlegenheit beginnt erst, wo sie den ausländischenKnechten aus Menschenfleisch und Bein ihre stählernen entgegenstellenkönnen; mit diesen arbeiten sie dann billiger noch, als jene, denn diesevon Dampf, Elektrizität und Wasser in Bewegung erhaltenen Sklavensind noch genügsamer, als die Lohnarbeiter des „freien" Europa. Ver-langen diese doch immerhin Kartoffeln zur Füllung ihres Magens undeinige Lumpen zur Verhüllung ihrer Blöße, während Kohle oder einWasserstrahl den Hunger jener stillt und ein wenig Schmieröl hinreicht,um ihre Glieder geschmeidig zu erhalten.

Im übrigen bestätigt diese Überlegenheit Freilands im Maschinen-wesen und die des Auslandes in Handarbeit bloß einen alten Erfahrungs-satz, der deshalb nicht minder richtig ist, weil er der Erkenntniß dersogenannten „Kulturnationen" noch immer entgeht. Daß nur die ver-hältnismäßig reichen Nationen, d. h. jene, deren Massen verhältniß-müßig am besten gestellt sind, zugleich eine unter starker Verwendung vonMaschineukraft betriebene Produktion besitzen, konnte selbst dem blöd-esten Auge auf die Dauer unmöglich entgehen, nur erklärte mau sichdiese unleugbare Erscheinung umgekehrt; man glaubte, daß das englischeoder amerikanische Volk deshalb menschenwürdiger existire, als z. B.das chinesische oder russische, weil es reicher sei und daß aus demgleichen Grunde, weil nämlich die erforderlichen Kapitalien reichlichervorhanden seien, dort mit Maschinenkraft, hier mit menschlicher Muskel-kraft gearbeitet werde. Das läßt allerdings die Hauptfrage, nämlichwoher denn eigentlich diese Unterschiede des Reichtums rühren, uner-ledigt und schlägt anderseits den Thatsachen ganz ungeniert ins Antlitz,denn dem Chinesen oder Russen nützt alles ihm noch so freigebig undbillig angebotene Kapital nichts; die Maschinenarbeit bleibt bei ihmunrentabel, so lange sich seine Lohnarbeiter mit einer Handvoll Reisoder mit halbverfaulten Kartoffeln und etwas Schnaps begnügen —aber es gehört einmal ins Kredo der orthodoxen Nationalökonomie undwird deshalb unbesehen geglaubt. Wer jedoch seine Augen nicht bloß