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Kinder so wenig wie die Erwachsenen zur Thätigkeit gezwungen werdensollten; einer zielbewußten folgerichtigen und in ihren Mitteln nicht be-schränkten Pädagogik — so meinten wir — könne es unmöglich schwerfallen, das lenkbare Kindergemüt zu freiwilliger und freudiger Erfüllungvernünftig bemessener Pflichten zu bringen. Und auch darin gab unsdie Erfahrung Recht. Unsere Unterrichtsleitung mußte es sich zwar inhohem Grade angelegen sein lassen, den Unterricht anregend zu gestalten;nachdem ihr dies aber einmal gelungen war, lernten unsere Jungen undMädchen in der halben Zeit doppelt so viel und gründlich, als ihrekörperlich und geistig mißhandelten europäischen Altersgenossen. DerUnterricht wurde — abermals aus Rücksichten der Gesundheit — so weitnur immer möglich im Freien erteilt. Die Schnlhäuser waren dahersämmtlich entweder inmitten großer Gärten oder am Waldessaum er-richtet, und der naturwissenschaftliche Unterricht wurde regelmäßg, der anderehäufig, mit Ausflügen in die Umgebung in Verbindung gebracht. Dafürbot aber auch unsere Schuljugend ein anderes Bild, als wir es in deralten Heimat und insbesondere in deren Großstädten zu sehen gewohntwaren. Rosige, von Gesundheit, Kraft und Lebensfreude strotzende Ge-sichter und Gestalten, Selbstvertrauen und sichere Intelligenz aus jederMiene, aus jeder Geberde hervorleuchtend — so traten unsere Kinderin den Ernst des Lebens ein.
Natürlich erforderte eine derartige Organisation des Unterrichtsein sehr zahlreiches und tüchtiges Lehrpersonal. In der That kam i»Freiland durchschnittlich schon ans je 15 Schulkinder je eine Lehrkraft,und um die Auswahl unter den besten Kräften des Landes zu haben,mußten hohe Gehalte gezahlt werden. Für die vier ersten Klassen
— in denen überwiegend Mädchen oder junge Witwen unterrichteten
— betrug der Jahresgehalt zwischen 1400 bis 1800, für die sechsoberen Klassen — in denen hinwieder die männlichen Lehrkräfte über-wogen — 1800 bis 2400 Stnndenüquivalente; im fünften Jahre derGründung waren das, in Geld umgerechnet, Gehalte zwischen 350 und000 Pfd. Sterling.
Aber auch mit seinem sehr umfangreichen Bedarfe an höheren In-telligenzen wollte Freiland auf eigenen Füßen stehen. Es wurde daherschon im dritten Jahre eine Hochschule errichtet, au welcher sämtlicheWissenszweige, die in Europa an Universitäten, Akademien und techni-schen Lehranstalten gelehrt werden, gesammelt vertreten waren. AlleLehrfächer waren mit einer Freigebigkeit ausgestattet, von welcher manaußerhalb Freilauds kaum eine Vorstellung besitzt. Unsere Sternwarte,unsere Laboratorien und Sammlungen verfügten über geradezu unbe-grenzte Mittel und kein Gehalt war zu hoch, um eine glänzende Lehr-kraft heranzuziehen und festzuhalten. Das nämliche gilt von dentechnischen und nicht minder von den landwirtschaftlichen und Handels-