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auch recht miserabler — Gewehre und einiger Geschütze zu setzen, mitwelch Letzteren er mangels geeigneter Munition allerdings wenig aus-zurichten vermochte, wuchs der Schrecken vor dem grausamen Raub-staate in riesigem Maße. Gerade in die Zeit unserer Ankunft am Keniawar eine Epoche vorübergehender Ruhe gefallen, weil die Wangwana,durch innere Streitigkeit» allzusehr beschäftigt, ihren Nachbarn geringereAufmerksamkeit schenken konnten. Nach des letzten Kabaka Tod machtensich dessen zahlreiche Söhne die Herrschaft in Kriegen streitig, die, mitbestialischer Wut geführt, daß Land schrecklich verheerten, bis endlicheiner der Prätendenten, der den Namen des durch seine unerhörteGrausamkeit wie durch sein Kriegsglück berühmten großen Ahnen Suvaführte, sich im Vorjahre durch Verräterei der Mehrzahl seiner Brüderentledigte. Von da ab vereinigte sich die Macht mehr und mehr indieses Kabaka Händen und sofort erneuerten sich auch die Überfälle undBrandschatzungen der benachbarten Stämme. Insbesondere richtete sichSuuas Zorn gegen die Kawirondo, weil diese einen seiner Brüder, derzu ihnen geflüchtet, ihm nicht ausgeliefert, sondern hatten entwischenlassen. Wiederholt waren einige tausend Wangwana in Kawirondoeingefallen, hatten Menschen und Vieh geraubt, die Dörfer angezündet,die Bananen umgehauen, die Ernten verwüstet und sich dabei un-menschliche Grausamkeiten zu schulden kommen lassen. Die Kawirondowandten sich in ihrer Not an die nördlichen Massaistümine um Hülfe.Sie baten, ihnen eine Schar europäisch ausgerüsteter Krieger zur Be-wachung ihrer Grenze gegen Uganda zu senden; als Lohn versprachensie jedem ihnen zu Hülfe ziehenden Massaikrieger neben vollständigerreichlicher Verpflegung einen Ochsen monatlich, den Reitern zwei.
Weniger dieses Lohnes halber, als um ihrer Abenteuerlust zu ge-nügen, sagten die Massai zu. 2500 El-Moran machten sich nachKawirondo auf und bezogen dort — es war das im März des viertenJahres von Freiland, an der Grenze gegen Uganda eine Reihe vonKantonnements.
Anfangs ging auch alles vortrefflich; die Wangwanaräuber wurden,wo sie sich zeigten, mit blutigen Köpfen heimgeschickt, auch wenn sie mitbedeutender Übermacht auftraten und es schien nach einigen Monatenfast, als ob man in Uganda, durch die empfangenen herben Lektionengewitzigt, Kawirondo künftighin in Frieden zu lassen gedenke, denn esverlautete geraume Zeit nichts mehr von neuen Einfällen. Da plötzlich,wir waren in Freiland eben mit Einbringung der Oktoberernte be-schäftigt, traf uns die Kunde von einer schrecklichen Katastrophe,die über unsere Massaifreunde in Kawirondo hereingebrochen. DerKabaka Suna hatte nur Ruhe gehalten, um zu einem größeren,vernichtenden Schlage anszuholen. Während die bisherigen Einfällenach Kawirondo immer nur mit wenigen tausend Mann versucht worden