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Ingenieure, eine gute, 380 Kilometer lange Fahrstraße durch ihr ganzesGebiet vom Naiwaschasee erst nördlich und dann östlich durch Leikipiabis nach Edenthal gebaut. Sie erklärten, es gehe wider ihre Ehre undihren Stolz, daß sie durch fremdes Gebiet von uns getrennt seien undwenn sie uns oder wir sie besuchen wollten, der einzige praktikable Wegüber das Land der Wakikuja genommen werde müsse. So groß Mar-der eifersüchtige Wunsch nach unmittelbarem Anschlüsse an unser Gebiet,daß die Massai, als sie ein Teil der angeworbenen Wataweta-Straßen-arbeiter irgend einer Mißhelligkeit halber während der besten Bauzeitplötzlich im Stiche ließ, selber zugriffen und abwechselnd in der Zahlvon 3000 das Werk mit einer Energie förderten, die Niemand bei diesen,noch vor kurzem so arbeitsscheuen Volke für möglich gehalten Hütte.Wir beschlossen denn auch, diesen Beweis ungewöhnlicher Anhänglichkeitund Tüchtigkeit durch einen ebenso hervorragenden Akt der Anerkennungzu belohnen. Als die Massaistraße fertig war und eine aus den Älteste»und Führern aller Stämme bestehende Massaideputation auf derselbenfreude- und triumphstrahlend ihren Einzug in Edenthal hielt, wurdedieselbe mit großen Ehren empfangen und mit Geschenken für dasganze Massaivolk bedacht, die dem Bauwerte der neuen Straße ungefährgleichkamen; außerdem verteilten wir an die Massaistümme einige tausendGewehre und Pferde, in deren Gebrauch wir sie durch freiländischeInstruktoren unterweisen ließen.
Die damit bewerkstelligte innigere Verbindung mit den nördlichenund westlichen Massaistämmen brachte uns bald darauf in Berührungmit den am Ostufer des Ukerewe-Sees wohnenden Kawirvndo. Diese,ein sehr zahlreicher und friedlich von Ackerbau und Viehzucht lebenderVolksstamm, grenzten im Norden ihres Gebietes an Uganda, tvo in denletzten Jahren mannigfache innere Kämpfe und Umwälzungen vor sichgegangen waren. Unähnlich den anderen Völkern, die wir bis dahinkennen gelernt und die sämtlich in unabhängigen, nur lose verbundenenkleinen Stämmen, meist unter freigewählten Häuptlingen mit geringemEinflüsse lebten, waren die Wangwana (der Name für die Bewohnervon Uganda) schon seit Jahrhunderten zu einem größeren, despotischregierten Staate unter einein Kabaka oder Kaiser vereinigt. Ihr Reich,dessen Stammland sich längs des Nordufers des Ukerewe erstreckt, warvon wechselndem Umfange, je nachdem die wilde Eroberungspolitik desjeweiligen Kabaka den umliegenden Völkerschaften gegenüber von größeremoder geringerem Erfolge begleitet war; stets aber blieb Uganda eineGeißel für alle Nachbarn, die unter den unaufhörlichen Beutezügen,Erpressungen und Grausamkeiten der Wangwana litten. Weite frucht-bare Landstriche verödeten unter dieser Plage, und als vollends seiteiner Reihe von Jahren der Kabaka es verstanden hatte, sich durchVermittelung arabischer Händler in den Besitz einiger tausend — wenn