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heit zum Spielballe menschlicher Unwissenheit und Unklugheit; das WortOxenstiernas: „Du weißt nicht, mein Son, mit wie wenig Verstanddie Welt regiert wird", ist in weit höherem Maße, als allgemein ge-glaubt wird, ein wahres Wort: der durchschnittliche Grad von Klugheitund Sachkenntnis in zahlreichen öffentlichen Verwaltungszweigen dersogenannten civilisierten Welt, steht tief unter dem in den Privatge-schäften der nämlichen Länder gemeinhin unzutreffenden Durchschnitts-niveau. Zum zweiten aber gestaltet diese, zugleich centralisierte undkenntnislose Organisation der öffentlichen Verwaltungszweige das Partei-getriebe zu einem leidenschaftlichen und erbitterten Kampfe, in welchemstets alles an alles gesetzt werden muß und in welchem beinahe niemalssachliche Erwägungen, sondern stets nur die vorgefaßten politischen Mei-nungen entscheiden. Unablässiger Kampf, stete, leidenschaftliche Er-regung ist also die zweite, notwendige Folge dieser verkehrten Ein-richtung.
Eine Änderung derselben ist aber schlechthin unmöglich, so langedie geltende soziale Ordnung in Kraft bleibt. Denn solange dies derFall ist, fährt das allgemeine Wohl immer noch besser, wenn die öffent-lichen Angelegenheiten von Unwissenden, ohne Rücksicht auf ihre Fach-kenntnis Gewühlten, verwaltet und kontrolliert werden, als wenn Fach-leute von Beruf die Macht erhielten, in Sachen ihres Faches namensder Gesamtheit zu handeln. Das Interesse dieser wirklichen Fachmännerist nämlich in der ausbeuterischen Gesellschaft dem der großen Massenicht bloß häufig, sondern in der Regel entgegengesetzt. Man denke sicheinen europäischen oder amerikanischen Staat, in welchem die Fabrikantenüber Fabrikation, die Landwirte über Bodenprodnktion, die Eisenbahn-leute über Transportwesen, und fo fort die sachkundigen Vertreter jedesJnteressen-Zweiges über das sie zunächst interessierende Gebiet Gesetzemachen, ausführen und überwachen könnten! Da in der ausbeuterischenGesellschaft der Kampf ums Dasein auf gegenseitige Unterdrückung undVerdrängung gerichtet ist, so müßten die Folgen einer solchen „Ver-fassung" für sie geradezu schrecklich sein, und in jenen, unter dem Sammel-namen der politischen Korruption bekannten Fällen, wo es vereinzeltenJnteressenkreisen gelang, ihren Willen dem der Gesamtheit uuterzuschieben,überschritt auch thatsächlich die Schamlosigkeit der Ausbeutung alleGrenzen.
Anders in Freiland; bei uns giebt es keine dem Gesamtinteresseentgegenstehenden oder auch nur nicht vollkommen mit diesem harmonie-renden Sonderinteressen. Produzenten z. B., die in Freiland auf denGedanken gerieten, ihren Gewinn dadurch zu erhöhen, daß sie den Im-port mit Zöllen belegten, müßten Blödsinnige sein; denn daß sie die Kon-sumenten zwängen, ihre Fabrikate höher zu bezahlen, würde ihnen nichtsnützen — da sofort der Zufluß von Arbeitskraft ihren Gewinn wieder