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Dasein zu fristen, angewiesen darauf, sich dem Ersten Besten zu ver-kaufen, der um seiner Reize willen die Verpflichtung übernahm, es zu„versorgen". Diese von Recht und Sitte geheiligte Prostitution ist inihren Wirkungen verheerender, als jene andere, ihr Wesen nnverhülltzur Schau tragende, die sich von ihr bloß dadurch unterscheidet, daßhier der schmähliche Handel nicht ans Lebenszeit, sondern für kürzereFrist geschlossen wird, für Jahre, Wochen, Stunden. Gemeinsam istbeiden, daß das süßeste, heiligste Kleinod der Menschheit, das Herz desWeibes, zum Gegenstände gemeinen Schachers, zu einem Mittel desLebensunterhalts gemacht wird, und schrecklicher als die Prostitutionder Straße ist die von Gesetz und Sitte geheiligte der Versorgungs-ehe, weil unter ihrem verpestenden Gifthanche nicht bloß Würde undGlück der jeweilig lebenden, sondern auch Saft und Mark der zukünf-tigen Geschlechter verdorren. Da die Liebe, jener geheiligte Instinkt,der bestimmt ist, das Weib in die Arme jenes Gatten zu führen, mitdem vereint es der kommenden Generation die tüchtigsten Mitgliederschenken könnte, zum Erwerbsmittel, dem einzigen, das ihm offen stand,geworden, so mußte das Weib, um zu leben, sich — in sich aber dieZukunft der Rasse schänden.
Glück und Würde, wie das zukünftige Heil der Menschheit, erfor-dern daher im gleichen Maße, daß das Weib der entehrenden Not-wendigkeit enthoben werde, im Gatten zugleich den Versorger, in derEhe das einzige Rettungsmittel gegen materielle Not zu sehen. Aberauch gemeiner Arbeit darf das Weib nicht überwiesen werden. Auchdas verbietet das Glück der jeweilig lebenden und die Tüchtigkeit derzukünftigen Generation in gleicher Weise. Die Gleichberechtigung desWeibes dadurch verwirklichen wollen, daß man ihm gestattet, im Brot-erwerb mit dem Manne zu konkurrieren, ist eben so nutzlos als ver-derblich; nutzlos, weil dem weiblichen Geschlechts als Ganzes genommeneine solche Befugnis, von welcher es nur in Ausnahmefällen wirklichenGebrauch machen wird, doch nicht hilft; verderblich, weil das Weib mitdem Manne hier nicht konkurrieren darf, ohne seinen edleren schönerenAufgaben untren zu werden. Und diese Aufgaben liegen nicht etwa inder Versorgung von Küche und Wäschespinde, sondern in der Pflegedes Schönen in der gegenwärtigen Generation einerseits und dergeistigen wie körperlichen Entwickelung des Nachwuchses anderseits. DasWeib muß daher nicht bloß in seinem eigenen, sondern ebenso im In-teresse des Mannes und insbesondere in jenem der zukünftigen Ge-schlechter dem Kampf um des Lebens Notdurft gänzlich entrückt werden;es darf kein Rad im Getriebe des Broterwerbs, es muß ein Juwel amHerzen der Menschheit sein. Als selbstverständlich darf gelten, daß imSinne unserer Prinzipien jeder dem Weibe gegenüber geübte ab-wehrende Zwang durchaus verpönt war. Verboten war der Frau
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