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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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bei uns Jedermann aufs lebhafteste dabei interessiert, daß Jedermannmöglichst leicht und gut produziere. Denn die klassische Phrase vonder Solidarität aller wirtschaftlichen Interessen ist bei uns zur Wahr-heit geworden, während sie da draußen aber nichts anderes ist, als einejener zahlreichen Selbsttäuschungen, aus denen sich die nationalökonomischeDoktrin der ausbeuterischen Welt zusammengesetzt. Allgemeine Stei-gerung der Produktion, des Reichstums ist dort, wo die alte Wirtschafts-ordnung herrscht, ein Unding. Wo der Massenkonsnm nicht zunehmenkann, dort können auch Produktion und Reichtum nicht wachsen, sondernnur verschoben werden, Ort und Eigner wechseln; um was die Pro-duktion des Einen zunimmt, genau um das nämliche muß die irgend-eines Anderen abnehmen — es sei denn, daß auch der Verbrauch einiger-maßen gewachsen ist, was jedoch, wo die Massen ausgeschlossen sindvom Genüsse wachsender Arbeitserträge, nur zufällig und keineswegsschritthaltend mit der gewachsenen Arbeitsergiebigkeit geschehen kann. Beiuns in Freiland dagegen, wo die Produktion — angesichts der mitihr naturnotwendig genau proportional wachsenden Konsumtionskraft— ins Angemessene steigen kann und steigt, soweit nur unsere Fertig-keiten und Künste es gestatten, bei uns ist es das oberste, ausnahm-lose Interesse der Gesamtheit, jedermanns Arbeitskraft verwertet zusehen, wo jeweilig die höchsten Erträge zu erzielen sind, und niemandgibt es, der nicht Vorteil daraus zöge, wenn dies in möglichst voll-kommener Weise überall geschieht.

Über die zu ausgedehntester Öffentlichkeit der wirthschaftlichen Vor-gänge abzielenden Maßnahmen ist folgendes zu sagen. Wir gehen vondem Grundsätze aus, daß die Gesamtheit sich so wenig als möglichhindernd oder anordnend, dagegen so viel als möglich orientierend undbelehrend in das Thun und Lassen der Individuen zu mengen habe.Jedermann mag handeln, wie ihm beliebt, sofern er nur die Rechteanderer nicht kränkt; aber wie er immer handle, sein Thun muß voraller Welt offen daliegen. Wir zwingen Niemand sich dieser Forderungzu fügen, sofern er in seinen Geschäften auf unsere Mitwirkung ver-zichtet; wer jedoch unsere Produktionsmittel in Anspruch nimmt, vondem verlangen wir genau zu erfahren, was er niit selben vornimmt.In Gemäßheit dieses Grundsatzes wurde schon in der alten Heimatbei Anmeldung des neuen Mitgliedes dessen wirtschaftliche Eignung fest-gestellt und die betreffenden Listen gelangten — wie einmal schonerwähnt — mit möglichster Beschleunigung an den Ausschuß. Demlag weder müßige Neugier, noch polizeiliche Bevormundungssucht zuGrunde, vielmehr wurden diese Daten ausschließlich zu Nutz undFrommen der Produktionsgenossenschaften sowohl als der Neuange-meldeten selber veröffentlicht. Die Folge davon war, daß Letztere inder Regel schon bei ihrer Ankunft am Kenia auf sie vorbereitete und