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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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ausbeuterischen Welt ein stetiges Mißverhältnis zwischen Produktivkraftund Konsum, zwischen Angebot und Nachfrage, und die selbstverständ-liche Folge ist, daß der Absatz Gegenstand eines eben so stetigen undschonungslosen Kampfes zwischen den verschiedenen Produzenten ist.Nicht möglichst viel und gut zu erzeugen, sondern für einen möglichstgroßen Teil der eigenen Erzeugnisse einen Markt zu erobern, ist dievornehmste Sorge der ausbeuterischen Produzenten, und da dieser Ab-satzmarkt angesichts des oben klargelegten Mißverhältnisses stets nurauf Kosten anderer Produzenten erlangt und behauptet werden kann,so besteht hier notwendigerweise ein dauernder und unversöhnlicherInteressengegensatz. Anders bei uns. Wir können des Absatzes jeder-zeit sicher sein, denn bei uns kann nicht mehr erzeugt werden, alsgebraucht wird, da ja der gesamte Produktionsertrag den Arbeiten-den gehört und der Verbrauch, die Befriedigung irgendeines Bedürf-nisses, die ausschließliche Triebfeder der Arbeit ist; und da zudem diefreie Beweglichkeit der Arbeitskräfte dafür sorgt, daß sich dem jeweiligrentabelsten Betrieben, d. h. also denjenigen, nach deren Produkten je-weilig der lebhafteste Bedarf vorhanden ist, die meisten Hände zu-wenden, so kann bei uns durch Preisgebuug seiner Absatzquellenniemand um seine Kunden kommen, da ihm für die verlorenen notwen-digerweise andere zufallen müßten.

Und welchen Anlaß hätte anderseits der Produzent da draußen,seine Erfahrungen Anderen mitzuteilen? Können sie von der erlangtenKenntnis überhaupt anderen Gebrauch machen, als einen auf seinenNachteil abzielenden? Kann er die ihm ihrerseits mitgeteilte Kunde zuetwas anderem benützen, als wieder zu ihrer Schädigung? Läßt erden Anderen heran zur Teilnahme an seinem Geschäfte, wenn diesesdas ertragreichere ist, oder läßt ihn Jener in das seine, wenn es sichumgekehrt verhält? Steigt die Nachfrage nach den Erzeugnissen einesProduzenten, so steht ihm der Arbeits-„Markt" offen, wo er stetsKnechte in Hülle findet, die zur Arbeit bereit sind, ohne nachderen Ertrag zu fragen, sofern sie nur ihren „Lohn" erhalten. Alsonicht einmal die Konsumenten sind da draußen an der Öffentlichkeitder Geschäftsführung interessiert, die übrigens, wie schon gesagt, einDing der Unmöglichkeit wäre. Ganz anders auch dies bei uns inFreiland. Wir lassen Jedermann teilnehmen an unseren Geschäfts-Vorteilen, können dafür aber auch teilnehmen an Jedermanns Geschäfts-vorteilen, und wir müssen diese veröffentlichen, weil Mangels einesMarktes willen- und interesseloser Arbeiter, diese Veröffentlichung dereinzige Weg ist, bei steigender Nachfrage entsprechende Arbeitskräfteheranzuziehen.

Und was die Hauptsache ist: während da draußen Niemand einwirkliches Interesse daran hat, daß die Produktion Anderer sich hebe, ist

Hertzk», „Freiland". >->