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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
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9. Kapitel.

Ausgedehnteste Öffentlichkeit aller wirtschaftlichen Vorgänge war— wie bereits erwähnt — die oberste Voraussetzung des richtigenFunktionierens der im Vorherigen geschilderten überaus einfachen Or-ganisation, die in Wahrheit in nichts anderem, als in der Hinweg-räumung aller, der freien Bethätigung von weisem Eigennutze geleiteterindividueller Willkür im Wege stehenden Hindernisse bestand. Um sonotwendiger war es, diese souveräne Willkür wohl zu beraten, demEigennutze alle Handhaben zu richtigem und raschem Erfassen seineswahren Vorteils zu bieten.

Kein wie immer geartetes Geschäftsgeheimnis! Das war gleich-sam mit eines der Grundgesetze von Edenthal. Da draußen, wo derKampf ums Dasein darin gipfelt, einander nicht blos auszubeuten undzu vertuschten, sondern überdies wirtschaftlich zu vernichten, wo infolgeder allgemeinen, aus Unterkonsum hervorgehenden Überproduktion kon-kurrieren gleichbedeutend ist mit: einander die Kunden abjagen; dadraußen in der alten Welt wäre Preisgebung der Geschäftsgeheimnissegleichbedeutend mit Preisgebung mühsam ergatterten, erlisteten Absatzes,also mit Untergang. Wo die ungeheure Mehrzahl der Menschen keinAnrecht auf steigende Produktionserträge besitzt, sondern sich — unbe-kümmert um die Ergiebigkeit der Arbeit — mit „Arbeitslohn", d. i.mit dem zur Lebensfristung Erforderlichen begnügen muß, dort kannes auch keine Verwendung für die Gesamterträge hochproduktiverArbeit geben. Denn die wenigen Besitzenden können unmöglich diestetig wachsenden Überschüsse verzehren und ihr Bestreben, solche zukapitalisieren, d. h. in Arbeitsinstrumente zu verwandeln, scheitertan der Unmöglichkeit der Verwendung von Produktionsmitteln, fürderen Produkte es keine Verwendung giebt. Es herrscht also in der