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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
Seite
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ein Herr, der mit der Peitsche — dieselbe mag nun aus Riemeu, oderaus den Paragraphen einer Fabrikordnung geflochten sein — die Wider-strebenden beisammenhält und dafür — nicht für seine höhere Intelligenzden Ertrag der Arbeit eiustreicht, den Arbeitenden, sie mögen nun demProletariate oder der sogenannten Intelligenz angehören, nur so vieleinräumend, als zu ihrem Unterhalte erforderlich ist. Noch niemalsbisher haben die Arbeitenden den Versuch unternommen, ohne Herrn, alsfreie eigenberechtigte Männer und nicht als Knechte — dabei aber mitvereinten Kräften zu produzieren. Die Benützung jener gewaltigen, denErtrag der menschlichen Thätigkeit so unendlich vervielfältigenden In-strumente und Einrichtungen, die Wissenschaft und Erfindungsgeist derMenschheit an die Hand gegeben, setzt vereintes Wirken Vieler voraus,und dieses hat sich bisher nur Hand in Hand mit der Knechtschaft be-werkstelligen lassen. Man spreche nicht von den Produktivassociationeneines Schulze-Delitzsch und Anderer; sie haben am Wesen der Knecht-schaft nichts geändert; bloß der Name der Herren ist ein anderer ge-worden. Auch in diesen Associationen gibt es nach wie vor Arbeit-geber und Arbeiter; Erstereu gehört der Ertrag, Letztere erhalten Stallund gefüllte Futterraufe gleich den zweibeinigen Arbeitstieren des Einzel-uuternehmers oder der gewöhnlichen Aktiengesellschaft, deren Aktionärezufällig keine Arbeiter sind. Damit die Arbeit frei und eigenberechtigtwerde, müssen sich die Arbeitenden als solche, nicht aber als kleineKapitalisten zusammenthun; sie dürfen keinen wie immer genannten oder-gearteten Arbeitgeber über sich setzen, also auch keinen solchen, der auseiner Genossenschaft von Ihresgleichen besteht; sie müssen sich alsArbeitende und nur als solche organisieren, dann erst haben sie auch alssolche Anspruch ans den vollen Arbeitsertrag. Und diese Organisationder Arbeit ohne jeglichen Rückstand des altererbten Herrschaftsver-hältnisses irgend eines Arbeitgebers ist das Grundproblem per-sonalen Befreiung; ist dieses glücklich gelöst, so folgt alles Andereganz von selbst.

Diese Organisation aber war mit nichten so schwierig, als auf denersten Blick scheinen mag. Der Ausschuß ging von dem Grundsätzeaus, daß die richtigen Organisationsformen freier Arbeit sich am bestendurch das freie Zusammenwirken sämtlicher an dieser Organisation Be-teiligten werde finden lassen. Besondere Schwierigkeiten vermochte erdabei nicht zu entdecken. Handelte es sich doch dabei dem Wesennach um höchst einfache Dinge. Um z. B. ein Eisenwerk zu er-richten, brauchten die Arbeiter das Getriebe der Eisenfabrikationkeineswegs sämtlich zu verstehen; was notthat, war blos zweierlei:erstlich daß sie wußten, welcherlei Leute sie an die Spitze ihrer Fabrikzu stellen hätten und zweitens, daß sie diesen Leuten einerseits ge-nügende Gewalt einräumten, um die Arbeit in Ordnung zu erhalten,