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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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und zwar zinslos, gegen Rückzahlung in gewissen Fristen, deren Aus-maß je nach der Natur der beabsichtigten Anlagen in der Weise fest-gestellt wurde, daß die Abtragung aus den Produktionsergebnissen statt-fand. Da die Arbeitsinstrumente und sonstigen kapitalistischen Arbeits-behelfe in beliebigem Umfange und in beliebiger Beschaffenheit her-gestellt werden können, so wäre damit der eine Teil des Problemsgelöst gewesen.

Anders verhält sich die Sache mit den Naturkrüften, als derenVertreter wir den Boden, an den sie doch gebunden sind, gelten lassenwollen. Den Boden hat Niemand erzeugt, es hat also Niemand Eigen-tumsauspruch auf ihn, und Jedermann hat das Recht, ihn zu be-nutzen; aber den Boden hat nicht bloß Niemand erzengt, es kann ihnauch fernerhin Niemand erzeugen; Boden ist daher bloß in beschränkterMenge vorhanden und außerdem ist auch der vorhandene Boden nichtvon gleicher Güte. Wie soll es nun trotzdem möglich sein, nichtbloß Jedermanns Anspruch auf Boden, sondern sogar auf gleich ertrag-reichen Boden zur Geltung zu bringen?

Um dies zu erklären, muß zunächst noch die dritte und in Wahrheitwichtigste Voraussetzung der wirtschaftlichen Gerechtigkeit dargelegtwerden. Wenn in deren Sinne jedem Arbeitenden der ungeschmälerteErtrag der eigenen Arbeit zugesprochen wird, so ist dies nur insofernund unter der Voraussetzung wirklich gerecht, daß angenommen wird,der Arbeitende sei selber und ausschließlich der Erzeuger dieses ganzenErtrages. Das war er aber nach der alten Wirtschaftsordnung mituichten. Der Arbeitende erzeugte als solcher nur einen Teil desProdukts, während ein anderer Teil vom Arbeitgeber hervorgebracht wurde.Ohne den organisatorischen, disciplinierenden Einfluß dieses Letzterenwäre die Mühe der Arbeitenden unfruchtbar, oder doch weit minderfruchtbar gewesen; der Arbeiter lieferte bisher stets nur die zusam-menhanglose Kraft, während der ordnende Geist Sache des Arbeit-gebers war-

Damit soll nicht gesagt sein, daß die größere geistige Kraft bisherausnahmslos oder notwendiger Weise auf Seite des Letzteren sich be-funden; auch die Techniker und Direktoren, die den großen Produktions-anstalten vorstehen, gehören dem Wesen nach zu den Lohnarbeitern, undganz im allgemeinen kann ohne weiteres zugegeben werden, daß diehöhere Intelligenz in zahlreichen Fällen nicht bei der Arbeitgebern,sondern bei den Arbeitern sich gefunden haben mag. Trotzdem istüberall dort, wo es galt, mehrere Arbeitende zu gemeinsamem Werkezu vereinigen und zu disciplinieren, diese Vereinigung und Disciplinierungdas Verdienst des „Arbeitgebers" gewesen. Für sich zu produzieren, ver-mochten die Arbeitenden bisher stets nur vereinzelt; sowie ihrer Mehrereunter einen Hut gebracht werden sollten, war ein „Herr" notwendig,

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