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wie dies bei meiner Schwester »ach iiichriiwnatlichem ununterbrochenemZusammenleben mit der offenherzigen und freimütigen Amerikanerinselbstverständlich war, der konnte sich nicht darüber täuschen, was es ziibedeuten habe, wenn ein Mädchen, das bisher nur seinen Idealen: Frei-heit und Gerechtigkeit, gelebt, dessen Abgott die Menschheit gewesen unddas keinem Manne gegenüber anderes Interesse gezeigt als dasjenigefür die Ideen, denen er diente — wenn dieses selbe Mädchen in Auf-regung geriet, so oft es eines gewissen Mannes Schritte hörte, und imvertrauten Umgänge mit meiner Schwester statt von der Herrlichkeitunserer Prinzipien, mit Vorliebe von den Vorzügen dessen sprach, derhier im Edenthal der erste Diener dieser Prinzipien war. Und wasmeine Gefühle anlangt, so wußte Schwester Klara allzu genau, daß miram Weibe bisher dessen Stellung in der menschlichen Gesellschaft daseinzig Interessante gewesen, als daß es ihr nicht wie Schuppen von denAugen hätte fallen sollen, als ich kürzlich, nachdem ich Miß Fox, dieeben abseits mit etwas beschäftigt war, lange und andächtig betrachtethatte, in einer Art Verzückung ausrief: „Ist nicht jede Bewegung diesesMädchens Musik?"
Sie nahm uns daher beide einzeln beiseite und erklärte, daß wiruns heiraten müßten. Aber da kam sie hier und dort schlecht an.Miß Ellen wurde zwar auf diesen Antrag hin abwechselnd purpnrrotund leichenblaß, entgegnete aber sofort, lieber sterben zu wollen, als michzu heiraten. „Würden diese übermütigen Männer, die uns Fraueilallen Sinn für das Ideale, jede Fähigkeit rein sachlichen Strcbens ab-sprechen und als Sklavinnen unserer egoistischen Triebe betrachten,nicht triumphierend behaupten, daß meine vorgebliche Begeisterung fürunser soziales Unternehmen nichts anderes gewesen, als Leidenschaft füreinen Mann, daß ich nicht um einer Idee, sondern um dieses Manneswillen nach Afrika bis an den Äquator gelaufen? Nein, — ich liebeDeinen Bruder nicht — ich werde überhaupt niemals lieben und nochweniger heiraten!" Dieser heroischen Erklärung folgte zwar ein Stromvon Thränen, die jedoch — als Schwester Klara sie zu meinen Gunstenauslegen wollte — für Zeugen der Empörung ob des kränkenden Ver-dachtes ansgegeben wurden. Nicht viel anders machte ich es; als Klaramir auf den Kopf zusagte, ich sei in Miß Fox verliebt, lachte ich sicaus und erklärte die mir vorgehaltenen Symptome meiner Leidenschaftals bloße Zeichen psychologischen Interesses an einem weiblichen Ge-schöpfe, welches echter Begeisterung für abstrakte Ideen fähig sei.
Doch eine mütterliche Schwester, die einmal den Vorsatz gefaßt,ihren Bruder — und noch dazu an ihre Freundin — zu verheiraten,ist nicht so leicht aus dem Felde zu schlagen, am allerwenigsten, wennsie so gute und mannigfache Gründe hat, auf ihrem Willen zu beharren.Da es auf geradem Wege nicht ging, wühlte sie einen krummen — keinen