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bis 20 Minuten in Anspruch nahm, wurde bis 10 Uhr weiter gear-beitet, worauf die große Mittagspause folgte. Diese wurde, insbeson-dere in den heißeren Monaten, von den Meisten zunächst zu einemzweiten Bade im See benutzt, welchem irgendeine häusliche Zerstreu-ung, Lektüre, Konversation oder Spiel folgte. Die Hitze war umdiese Zeit in der Regel groß; während der heißen Monate stieg dasThermometer häufig auf 3b Grad Celsius im Schatten. Zwar ver-hüteten kühle Brisen, die bei schönem Wetter regelmäßig zwischen 11Uhr vormittags und 5 Uhr nachmittags vom Kenia her wehten undzwar desto stärker, je heißer der Tag sich anließ, daß der Aufenthaltim Freien jemals unerträglich wurde; aber am angenehmsten und zu-träglichsten war während der Mittagsstunden jedenfalls das Verweilenin gedeckten Räumen. Um 1 Uhr wurde die Hauptmahlzeit gehalten,bestehend aus Suppe, einem Fleisch- oder Fischgericht mit Gemüsen,süßem Backwerk und Früchten der mannigfachsten Art, dazu abermalsBanauenwein oder, nachdem unsere Brauerei zu arbeiten ange-fangen hatte, Bier. Nach dem Speisen wurde von Einzelnen ein halbesStündchen geschlafen, dann gab es wieder Konversation, Lektüre,Spiel, worauf, nachdem die ärgste Hitze vorüber war, die zweistündigeNachmittagsarbeit erledigt ward. Dieser ließen Einzelne ein drittes kurzesBad folgen. Um 7 Uhr nahm man wieder eine dem ersten Frühstückähnliche Mahlzeit, sofern es nicht regnete, im Freien und zu größerenGesellschaften vereinigt. Zu bemerken ist dabei, daß hinsichtlich allerMahlzeiten, wie überhaupt aller Genußmittel als Regel galt, daßJedermann wählen konnte, was und soviel ihm beliebte. Nur bezüg-lich der geistigen Getränke hielten wir es anders — aus leicht begreif-lichen Gründen. Späterhin, wenn Jedermann auf eigenen Füßen stand,mochte er es auch mit diesen halten, wie ihm beliebte; solange wirvon Gesellschaftswegen verpflegt wurden, mußten wir schon mit Rück-sicht auf unsere Neger Beschränkung üben.
Des Abends wurde meist Musik gemacht. Wir hatten einige sehrtüchtige Musiker, ein ganz artiges, 45 Mann zählendes Orchester vonBlas- und Streichinstrumenten und einen vortrefflichen Chor, die sich,so oft es das Wetter erlaubte, hören ließen. Zwei oder drei Stundennach Sonnenuntergang Pflegte es kühl zu werden; in wenigen Nächtenbehauptete sich das Thermometer über 22 Grad und sank bisweilenbis auf 4 Grad Celsius, so daß die Nachtruhe stets erquickend war.
An den Sonntagen gab es mannigfaltige Veranstaltungen zn Zweckender Belustigung sowohl als der Belehrung und Erbauung: Ausflüge indie benachbarten Wälder, Jagden, Konzerte, Vorlesungen, Vorträge.
Die von uns bewohnten Blockhäuser waren eigentlich dazu be-stimmt, je einer Familie als zukünftiges, wenn auch bloß provisorischesHeim zu dienen. Ein jedes lag inmitten eines tausend Quadratmeter