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die wir gründen wollten, war noch nicht gegründet, sie befand sich nochunterwegs und inzwischen waren wir ihr gegenüber nichts anderes, alsAngestellte nach altem Recht, die sich von gewöhnlichen Lohnarbeitern bloßdadurch unterschieden, daß ihnen selber überlassen war, was sie zuihrem Unterhalte vorweg nehmen und was sie als „Unternehmergewinn"für die Auftraggeberin zurücklegen mochten. Hätte mich böser Willeeinzelner Genossen dazu genötigt, so war ich nicht bloß im Rechte,sondern auch entschlossen, den „Bevollmächtigten" hervorzukehren; daßich es vermeiden konnte, trug nicht wenig dazu bei, das Behagen, dasuns alle erfüllte, zu steigern und war auch insofern von großem Werte,als dadurch der Übergang zu den späteren endgültigen Organisations-formen wesentlich erleichtert wurde, ändert aber nichts an dem Sach-verhalt, daß unser Leben und Wirken unterwegs wie am Kenia sichnoch innerhalb der sozialen Formen der alten Welt bewegte.
Die Arbeitszeit war in Edenthal einstweilen für jedermann — obArbeitsvorsteher oder gewöhnlicher Arbeiter, Weißer oder Neger — diegleiche, von 5 bis 10 Uhr vormittags und von 4 bis 6 Uhr nach-mittags; nur in der Erntezeit waren ein bis zwei Stunden zugegebenworden. Am Sonntag ruhte ebenso gleichmäßig alle Arbeit.
Die Tagesordnung war die folgende: Gegen 4 Uhr wurde auf-gestanden, im Edensee — es waren zu diesem Behufs mehrere Bade-hütten errichtet — ein Bad genommen und hierauf Toilette gemacht.Das Reinigen und etwa notwendige Ansbessern der Kleider besorgteunter Anleitung eines in solchen Künsten bewanderten Mitgliedes eineGruppe von Suaheli, welcher diese Arbeit als alleinige Verrichtungzugewiesen worden war. Da wir Kleidungsstücke znm Wechseln be-saßen, so wurden des Morgens immer die während des gestrigen Tagesgereinigten gebracht, dafür die gestern gebrauchten abgeholt, um imLaufe des Tages für den morgigen Gebranch in Stand gesetzt zu werden.Hierauf kam das Frühstück, gleich allen Mahlzeiten wieder das Werkeiner damit betrauten anderen Schar von Suahelis — um deren Ein-weihung in mehrfache Geheimnisse französischer Kochkunst sich meineSchwester große Verdienste erworben hatte. Dieses erste Frühstückbestand je nach dem Geschmacke eines Jeden aus Thee, Schokolade,schwarzem oder mit Milch gemengtem Kaffee, Milch oder irgend einerSuppe; dazu ebenso nach Wahl Butter, Käse, Honig, Eier, kalterBraten nebst Brot oder anderem Gebäck. Nach diesem ersten Frühstückwurde bis 8 Uhr gearbeitet, um welche Zeit ein zweites Frühstück kam,bestehend aus irgend einer nahrhaften warmen Speise — Omelette,Fisch oder Braten mit Brot, etwas Käse und Früchten, dazu als Ge-tränk entweder das köstliche Quellwasser unserer Berge, oder der sehrerfrischende, wohlschmeckende Bananenwein, den die Eingeborenen zubereiten verstehen. Nach diesem Frühstück, welches in der Regel 15