Alle getroffenen Anordnungen bewährten sich aufs vollständigste.Nirgends gab es Aufenthalt, die Verpflegung ließ nichts zu wünschenübrig; eine Massaieskorte, die Johnston in der Stärke von 10 Mannfür jede Station organisiert hatte, sorgte während der Nachtreisen fürSicherheit gegen wilde Tiere, hatte überhaupt als Beistand in etwaigenVerlegenheiten zu dienen, und 5 aus der Mitte der Unseren ensendeteKommissare mit dem Sitze in Teita, Tawete, Miveruni und Ngongoüberwachten das Ganze. Die Eingeborenen kamen den ersten Wagen-zügen mit staunendem Jubel, Allen aber mit größter Freundlichkeit undDienstbeflissenheit entgegen. Insbesondere die Wataweta, der Sultanvon Useri und die Massaistämme ließen es sich nicht nehmen, unsereReisenden mit den Beweisen ihrer Verehrung und Liebe für die „amgroßen Berge angesiedelten" weißen Brüdern zu überhäufen.
Die ersten neuen Ankömmlinge — unter ihnen unser geliebterMeister — trafen am 14. Oktober in Edenthal ein; ihnen folgten inununterbrochener Reihe stets neue und neue Scharen. Doch bevor überdie damit anhebende neue Ära der Geschichte unseres Unternehmensberichtet wird, mag noch kurz erzählt werden, was in der letzten Zeitam Kenia geschah.
Zunächst ist zu erwähnen, daß noch im Monat August eine zahl-reiche Gesandtschaft von Massaistämmen aus Leikipia — das ist dasLand nordwestlich vom Kenia — und aus den Distrikten nördlich vomNaiwascha- bis znni Baringosee in Edenthal eingetroffen war, uns Grußund Freundschaft entbietend und die Bitte an uns richtend, sie in denmit den anderen Massai abgeschlossenen Bundesvertrag mit aufzunehmen.Die Gewährung dieser sehr beweglich und nicht ohne einige Empfindlich-keit vorgetragenen Bitte legte uns nun allerdings erhebliche neue Lastenauf; trotzdem besann ich mich keinen Augenblick, dieselbe zu gewährenund alle Mitglieder stimmten mir einhellig zu. Denn mit dem Opfervon einigen tausend Pfd. Sterling jährlich war die vollständige Beru-higung des streitbarsten und zweifellos tüchtigsten unter allen Volks-stämmen der ganzen Öquatorialzone wahrlich nicht zu teuer erkauft.Wir hatten nunmehr genügende Sicherheit, allmählich wachsende Kulturin diesen bisher von unaufhörlichen Fehden und Raubzügen heim-gesuchten Gegenden einziehen zu sehen, stets brauchbarere Genossenunseres großen Werkes in den schwarzen und braunen Eingeborenen zuerziehen, und indem wir sie lehrten, Wohlstand und Überfluß für sichselber zu erzeugen, die Quellen unseres eigenen Wohlstandes zu ver-mehren. Ich hielt also den braunen Recken eine sehr schmeichelhafteLobrede, erklärte mich gerührt über die an den Tag gelegte gute Ge-sinnung und versprach behufs Ausfertigung des Vertrages, wie nichtminder, um sie zu ehren, demnächst eine Gesandtschaft an sie zu senden.Reich beschenkt wurden die, übrigens auch ihrerseits nicht mit leeren