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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
Seite
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Händen erschienenen Massai — sie hatten 100 erlesene Rinder und200 fettschwänzige Schafe als Ehrengabe mitgebracht — entlassen.Johnston, den ich sofort von dem Vorgefallenen verständigte, übernahmdie Ausführung des gegebenen Versprechens. Daß er sich zu diesemBehufe aus den Waren der im September am Kenia angelangtenExpedition, auf die er in Miveruni gestoßen, reichlich mit Hülfsmittelnversorgte, habe ich schon berichtet; als seine Aufgabe an der Mombas-straße erfüllt war, zog er — zn Anfang des Monats Oktober — an denNaiwaschasee, von da weiter durch die mächtige, meist überaus frucht-bare Hochebene von 1800 Meter Seehöhe, die, eingerahmt von1000—2000 Meter höheren Randbergen, die Hochseen von Massailandenthält, (nämlich außer dem Naiwascha-, dem wunderbaren Elmetaita-und dem Salzsee von Nakuro noch eine Reihe kleinerer Becken,) underreichte am 20. Oktober den etwa 200 Quadratkilometer deckenden, ineiner bloß 980 Meter hohen Bodensenkung gelegenen Baringosee, ander Nordgrenze von Massailand. Von da westlich wieder aufwärtssteigend durchzog er, vorbei an den gewaltigen Thomsonfällen, das wald-nnd wasserreiche Leikipia und traf in der zweiten Novemberwoche beiuns am Kenia ein, nachdem er mit allen unterwegs wohnenden Massai-stämmen, wie nicht minder niit den „Ndemps" am Baringosee, Bündnis-verträge geschlossen hatte.

In zweiter Linie ist von den erfolgreichen Zähmnngsversnchen znberichten, die auf Anregung unserer beiden Damen mit mehreren deram Kenia heimischen Tierarten angestellt wurden. Die Idee hiezu gingursprünglich von Miß Fox aus, der dabei in erster Reihe bloß dieAbsicht vorschwebte, den Frauen und Kindern der neuen AnkömmlingeFreude zu bereiten. Für diese Idee gewann sie meine Schwester, einegroße Tierfreundin, und so warben denn die Beiden einige Andorvbound Wakikuja zunächst dafür, Affen und Papageien zu fangen, deren esin Edenthal und Umgebung einige sehr reizende Arten gab. Alsdie Zühmungsversuche mit diesen Tierchen über Erwarten rasch undgut gelangen, so daß schon nach Verlauf weniger Wochen die ihrerHaft entlassenen Gefangenen den Herrinnen freiwillig nachsprangen undnachflatterten, wuchs Beider Ehrgeiz und die Andorvbo erhielten denAuftrag, einige Exemplare einer besonders niedlichen Antilopenart ein-zufangen, die unsere Naturforscher als eine Abart der hauptsächlich inWestafrika vorkommenden Schopfantilope (Osxükckopüus rnülatns) be-stimmten. Auch dieser Versuch war von Erfolg begleitet; zwar die altenTiere erwiesen sich so scheu und ungeberdig, daß man sie schließlichlaufen ließ; aber mehrere Junge gewöhnten sich überraschend schnell anihre Wärterinen und liefen denselben nach, wie die Hündchen. DieseAntilopengattung wird nicht größer, als etwa ein minderes Schaf,insbesondere die jungen Tiere nehmen sich mit ihren rötlichen Schöpfen