52
nicht müßig gewesen, versteht sich von selbst. Zunächst hatten sich schonam 1. Juli, wenige Stunden nach den mit den ersten Depeschen ent-sandten Kurieren, die zur Herstellung geregelter Verbindung mit Mombasbestimmten Expeditionen auf den Weg gemacht. Es waren deren zwei chie eineunter Leitung Demestres' und dreier anderer Ingenieure, sollte die Straßebauen,die andere unterLeitnngJohnstons das erforderlicheZugvieh—dessenMenge einstweilen auf 5000 Stück Ochsen veranschlagt war — auf-treibcn und die Verpflegung längs der ganzen Wegstrecke sicher-stellen. Elfterer wurden 20 unserer Mitglieder und 200 Suahelileutenebst 50 Tragtieren mitgegebcn; Johnston bekam bloß 10 der Unseren,20 Tragtiere und 10 Schäferhunde mit. Wie diese Expeditionen ihreAufgabe lösten, davon später.
Bei mir am Kenia blieben, da ich bis nun insgesamt 53 derUnseren, 200 Suahelis und 131 Reit- und Tragtiere entsendet hatte,von letzteren überdies auf dem Marsche 0 zugrunde gegangen waren,l 40 Weiße, 80 Suahelis und 475 Tiere — die Hunde und Elefantenungerechnet. Außerdem waren uns aber einige hundert Wakikuja ge-folgt, die sich bereitwilligst zu beliebigen Dienstleistungen erboten. Vondiesen behielt ich 150 der anstelligsten zurück, die anderen sandte ich -begleitet von fünf der Unseligen — noch am 1. Juli in ihre Heimat,mit dem Aufträge, 300 kräftige Zugochsen, 150 Kühe, 400 Schlacht-ochsen und einige tausend Zentner verschiedener Sämereien und Nahrungs-mittel einzukaufen und an den Kenia zu befördern. Nachdemich dies erledigt, verteilte und übergab ich die mannigfaltigen Arbeiten,die uns nun zunächst zu beschäftigen hatten, sachverständigen Händen.Einer unserer Techniker erhielt die Feldschmiede und Schlosserei, einanderer die Sägemühle zugewiesen — dazu selbstverständlich die ent-sprechenden Arbeitskräfte; zum Holzfällen war eine besondere Abteilungbestimmt, eine andere sollte die landwirtschaftlichen Geräte in Standsetzen und ergänzen. Einer der am Kenia zurückgebliebenen Ingenieurehatte mit 100 Schwarzen die Herstellung geeigneter Verkehrswegein dem zu besiedelnden Gebiete, insbesondere den Ban von Brückenüber den Dana zu bewerkstelligen.
Am 5. Juli fand die Übersiedelung in das Edenthal statt. Das-selbe wurde genau vermessen und zuvörderst rings um den See diezukünftige Stadt abgesteckt, mit ihren Straßen und Plätzen, öffentlichenGebäuden und Belustigungsorten. Dieser — einstweilen allerdings bloßin unserem Geiste existierenden Stadt — reservierten wir vorerst einenRaum für 15000 Familienhäuser, deren jedem auch ein ansehnlichesGärtchen zugedacht war, was insgesamt 25 Quadratkilometer be-anspruchte. Außerhalb dieser Baugründe — die späterhin nach Be-darf beliebig ausgedehnt werden mochten — wurden 1000 Hektaren alsvorläufiger Ackerqrund ausgesucht; sie erhielten ein Netz kleiner Be-