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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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freilassend für eine ausgedehnte offene Thalmulde, in deren Mitte auchein See sich befindet, dessen Abfluß der Dana ist. Den Flächeninhaltdieses Thales schätzten unsere Kundschafter auf ungefähr 150 Quadrat-kilometer und alle stimmten darin überein, daß es sehr fruchtbar undseiner Lage nach ein wahres Wunder an Schönheit wäre. Zugänglichaber sei dieses Thal am besten durch die Schlucht, aus welcher derDana Hervorbreche, nur müsse dieselbe, so lange geeignete Wasserfahr-zeuge fehlen, nicht unmittelbar von unserm Plateau aus, sondern aufdem Umwege über ein südlich einmündendes kleines Seitenthal betretenwerden.

Diese Nachricht empfing ich am 3. Juli. Am nächsten Tage schonwar ich, ohne die Rückkehr zweier noch fehlender Expeditionen abzu-warteu, unterwegs nach diesem vielgepriesenen Seethale. Der bezeichneteund in der That sehr gangbar sich erweisende Weg führte vonunserem Lagerplatze zunächst an das Westeude des Plateaus, dann süd-lich ausbiegend und einen kleinen felsigen Waldberg umgehend, zu einemnach Nordosten ziehenden engen Thale, welches seinerseits in die vomDana durchflossene Schlucht mündete, die jedoch hier weder so eng,noch so unwegsam war, wie beim Austritte in die Hochebene. DieseSchlucht aufwärts verfolgend, standen wir nach einer Stunde plötzlichinmitten des gesuchten Thales.

Der Anblick, der sich uns hier bot, war geradezu unbeschreiblich.Man denke sich ein 18 Kilometer langes, an seiner breitesten Stelle 12Kilometer messendes, mit beinahe geometrischer Regelmäßigkeit aufge-bantes Amphitheater, dessen Halbkreis durch einen Kranz sanft auf-steigender, 100 bis 150 Meter hoher Waldhügel, dessen Grundlinie da-gegen durch die jäh und schroff sich emportürmenden Felswände desKenia gebildet wird, von deren Höhe, die Wolken überragend, dieschneeigen Firnen hernicderleuchten. Den Boden dieses majestätischenAmphitheaters deckt auf der einen, dem Kenia zugewandten Seite, eintiefblauer, klarer See, zur anderen ein blumiges Park- und Wiesenland.Das Publikum, welches diese Arena füllt, sind zahllose Elefanten,Giraffen, Zebras, Antilopen; und das Stück, welches in derselben zurAufführung gelangt, betitelt sich: Die Kaskaden des Keniagletschers.Hoch oben, in unerreichbarer Höhe, entspringen unter dem Kuß derglühenden Sonne zahllose Wasseradern den bläulich und grünlichstrahlenden Eisklüften; schäumend und funkelnd, bald zerstäubt in alleFarben des Regenbogens, bald vereint in weißlichem Glaste, eilen siehernieder, stets kräftiger anwachsend, stets unbändiger tobend, bis end-lich der gesamte Schwall sich vereinigt zu einem mächtigen Flusse, dernun mit donnerndem Tosen, das bei günstiger Windrichtung selbst daunten, in einer Entfernung von gut 10 Kilometern, deutlich zu hörenist, seiner Gletscherheimat enteilt und den Felsschroffen zustürmt; dort