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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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Kaskaden bildeten. Die Seehöhe dieses, einem großen Tierparke gleichen-den Plateaus war, an seinem tiefsten Punkte, dem Spiegel des Flussesgemessen, 1740 Meter.

Noch während wir uns mit der näheren Untersuchung dieser Hoch-ebene beschäftigten, sandte ich mehrere Expeditionen aus mit der Auf-gabe, möglichst tief in das Keniagebirge einzudringen, um von beherr-schenden Gipfeln aus genauen Einblick in die Gestaltung und Be-schaffenheit des vor uns liegenden Gebietes zu erlangen. Denn soausnehmend uns allen auch die Landschaft gefiel, in deren Mitte wirlagerten, so wollte ich mich doch nicht entschließen, den Grundstein zuunserer ersten Ansiedelung zu legen, bevor ich zum mindesten oberfläch-lichen Überblick über das Gesamtgebiet des Kenia gewonnen Hütte. DieAuskünfte, die uns diesbezüglich Sakemba erteilen konnte, erwiesen sichals dürftig und ungenügend. Wir waren daher sehr erfreut, als sichacht Eingeborene, die wir als Andorobo erkannten, vor unserem Lagerzeigten. Sie hatten in der vorigen Nacht unsere Lagerfeuer bemerktund wollten nun sehen, wer wir seien. Sakemba, die ihnen entgegen-ging, machte sie rasch zutraulich und nun hatten wir ortskundige Führer,wie wir sie nur wünschen konnten. Was wir zunächst von ihnen ver-langten, war ihnen mit Hilfe Sakembas bald begreiflich gemacht, achtverschiedene Expeditionen unter Führung je eines Andorobo zogen ausund kehrten - die erste schon am Abend des nächsten Tages, die letzteerst nach Verlauf von sieben Tagen, mit ziemlich erschöpfenden Be-richten zurück.

Deni Gipfel des Kenia war keine auch nur nahe gekommen. Da-gegen hatten sie von verschiedenen leichter zugänglichen Punkten desHauptstockes, zum Teil aus Höhen von nahezu 5000 Nietern, groß-artige Rundsichten erlangt. Danach war die offenste, für Viehzucht undAckerbau günstigste Seite des Kenia gerade diejenige, von welcher wir»ns genaht hatten. Auch im Osten und Norden zeigte sich anscheinendfruchtbares Vorland', doch war dasselbe im Osten recht einförmig,ohne jene nicht bloß malerische, sondern auch mannigfache praktischeVorteile bietende Abwechselung von offenem Land und Wald, Hügelund Ebene, die wir im Süden getroffen; das Land im Norden hin-wieder schien zu feucht; im Westen dehnte sich endlose, nur von wenigBaumwuchs unterbrochene Steppe. All das konnte späterhin ohneZweifel in brauchbares Kulturland umgewandelt werden; vorläufig aberwar selbstverständlich bereits kulturfähiger Boden vorzuziehen. Das Innereder Gebirgswelt vor uns erfüllten hohe Waldberge und Felsen, durch-kreuzt von zahllosen Thälern und Schluchten. Diese Vorberge tretenvon allen Seiten nahe an das schroff emporsteigende Hauptmassiv desKenia heran; nur im Südwesten, etwa fünf Kilometer entfernt vomWestende unseres Plateaus, weichen die Vorberge zurück, den Raum

Hertz ka, „Freilmid". 4