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uns hatten die wallenden, vom Dnfte balsamischer Bäume und Sträucherdurchtränkten Nebelmassen sogar etwas anheimelndes. Da — es wargegen 8 Uhr — erhob sich plötzlich eine von Norden her wehende leichtewarme Brise, mit zauberhafter Schnelle teilten sich die Nebel, und voruns lag im strahlenden Glanze des sieghaften Tagesgestirnes eine Land-schaft, deren überwältigende Großartigkeit jeder Beschreibung spottet.Hinter uns und seitlich zu unserer Linken der wundervolle Wald, denwir erst kürzlich verlassen; unmittelbar vor uns ein sanft abfallendesGelände, in welchem smaragdne Wiesen mit dunkeln Bananenhainenund kleinen Flecken wogender Saat abwechselten. Der Boden überallmit leuchtenden Blumen bedeckt, deren süßen Duft uns die laue Brisein berauschender Fülle entgegentrieb; kleine Gruppen hoher Palmen,einzelne riesenhaft sich ansbreitende Feigen, Platanen, Sykomvren daund dort zerstreut, und all das belebt von zahlreichen Herden des ver-schiedensten Wildes. Hier tummelt sich übermütig eine Schar vonZebras, dort weiden ruhig einige Giraffen zwischen zierlichen Antilopen;links jagen sich grunzend zwei ungeschlachte Nashörner, ein Rudel von20 Elefanten zieht einige tausend Meter von uns dem Walde zn, undin noch größerer Ferne trottet eine nach Hunderten zählende HerdeBüffel dem gleichen Ziele entgegen.
Unabsehbar dehnte sich dieses herrliche Land nach Ost und Südost,durchschnitten von einem breiten Silberbande, dem Gnaso Amboni, deretwa 8 Kilometer vor uns und vielleicht 100 Meter tiefer gelegen alsunser Standplatz, seine Fluten nach Osten trügt und soweit wir esübersehen können, mindestens ein Dutzend von Quellbächen von beidenSeiten der ihn einfassenden Abdachung aufnimmt. Die von der Süd-seite — auf welcher wir uns befinden — entsprungen aus dem Kikuja-walde, sind die kleineren; die von der Nordseite sind unvergleichlichwasserreicher und mächtiger, denn ihr Quellland ist der Kenia. Unddieser Riese unter den Bergen Afrikas, dessen Massiv eine Fläche vonreichlich 2000 Quadratkilometern deckt, und dessen Gipfel nahezu 6000Meter hoch gen Himmel ragt, zeigt sich jetzt zum ersten Male unserentrunkenen Blicken, ein trotz der Entfernung von gut 80 Kilometern inder Luftlinie sich vom tiefdunkeln Firmament scharf abhebendes riesigesEisfeld und darüber hinausragend zwei krystallklare Spitzen.
Selbst unsere Suahelis, die sonst Naturschönheiten gegenüber stumpfsind, brechen bei diesem Anblicke in betäubendes Jubelgeschrei ans; wirWeißen aber stehen in Entzücken versunken, drücken uns stumm dieHände und gar Mancher wischt verstohlen eine Thräne aus dem Auge.Das Land der Verheißung liegt vor uns, schöner, herrlicher, als wirzu träumen gewagt, die Wiege einer beglückenden Zukunft für uns und,wenn unser Hoffen und Wollen nicht eitel ist, noch für die spätestenGeschlechter.