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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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Herolde ausrufen ließen, das Volt der Massai sei von aun an all-jährlich für den 19. und 20. Juni hier an dieser Stelle von uns zuGaste geladen, wären wir aus purer Begeisterung beinahe in Stückegerissen worden.

Den 21. Juni weihten wir der Erholung von den Strapazen desFestes und der Ordnung des Gepäcks; am 22. wurde der Marsch nachKikuja angetreten. Da wir mit den Lasttieren den von mir auf demRückwege gewühlten Pfad über die steilen Abhänge der das Naiwascha-thal umsäumenden Berge vermeiden wollten, kehrten wir vorerst nachNgongo-a-Bagas zurück, welches am 24. erreicht wurde. Von hier ausbeschlossen wir eine Eilbotenverbindung mit dem Meere herzustellen,damit die Nachricht von unserem Eintreffen am Ziele, dem wir binnenwenigen Tagen entgegensahen, so rasch als möglich nach Mombas undvon da an den Ausschuß der Internationalen freien Gesellschaft ge-langen könne. Von Mombas nach Ngongo hatten unsere Ingenieure802 Kilometer verzeichnet; wir rechneten nun, daß unsere arabischenHengste, wenn ihnen immer bloß je eine eintägige Anstrengung zuge-mntet würde, während eines solchen Tages bequem 100 Kilometer,demnach in 8 Etappen den ganzen Weg binnen 8 Tagen zurücklegen könnten.Es wurden also 16 unserer besten Reiter mit 24 der ausdauerndstenRenner zurückbeordert; diese Kuriere erhielten die Anweisung, sich zuzweien und zweien in Abständen von circa 100 Kilometern — wo böseWegstrecken sind, etwas weniger, wo der Weg leicht ist, etwas mehr —zu verteilen. An Gepäck bekamen sie nebst Waffen und Munition bloßso viel europäische Bedarfsartikel und Tanschwaren auf den Weg, alsdie 8 überzähligen Pferde, die zugleich als Reserve dienen sollten, leichtzu tragen vermochten. Im übrigen konnten wir uns jetzt darauf ver-lassen, daß sie überall, wo sie längs der von uns durchzogenen Straßeauf Eingeborene stoßen, mit offenen Armen ausgenommen und reichlichverpflegt werden würden. Der gleiche Etappendienst wurde selbst-verständlich auch zwischen Ngongo und dem Kenia eingerichtet; da dieseWegestrecke 193 Kilometer maß, so genügten hier zwei Stationen, so daßihrer im ganzen zehn waren; dabei wurde also vorausgesetzt, daß eineNachricht vom Kenia nach Mambos in zehn Tapen gelangen werde —was sich denn auch als richtig erwies.

Der Marsch durch das Waldland von Kikuja, der am 25. Juniangetreten wurde, vollzog sich ohne jeden Zwischenfall. Als wir zeit-lich am Morgen des 27. in das offene Land eintraten, umfing uns zuerstdichter Nebel, der von uns Kaukasiern bloß insofern unangenehm em-pfunden wurde, als er uns jegliche Aussicht benahm, unsere Suaheli-leute dagegen, die eine Temperatur von 12 Grad Celsius, verbundenmit Feuchtigkeit noch niemals erlebt hatten, zum Zähneklappern brachte.Für die Nordländer und insbesondere für die Gebirgsbewohner unter