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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
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schaft ein fabelhafter Reichtum an Federwild aller Art ist, hatte in-zwischen Jvhnston umfassende Vorkehrungen zn dem großen Friedens- undFreudenfeste getroffen, das wir den Massai zu geben gedachten. DieBotschaft, daß sie von nun ab auch die Wakikuja als in den Kreisunserer Freunde gehörig zu betrachten hätten, würde zwar von denEl-Moran mit gemischten Gefühlen entgegeugenommen; indessen fügtensie sich doch ohne Murren und bei dem nun folgenden Feste, an welchemauch 50 mit uns angelangte angesehene Wakikuja teilnahmen, wurdendie neugeknüpfteu Freundschaftsbande zwischen den Beiden etwas innigergestaltet.

Dieses Fest aber bestand aus einer zweitägigen großen Schmauserei,bei welcher wir nicht weniger als 6000 Gäste — Weiber und Kinderungerechnet — mit riesigen Quantitäten Fleisch, Backwerk, Früchten undPunsch bewirteten, und dessen Glanzpunkt ein lärmendes Feuerwerk war.150 fette Stierkälber, 260 verschiedene Antilopen, 25 Giraffen, un-zählbares Federwild, und garnicht zu übersehende Mengen von Pflanzen-kost wurden in diesen zwei Tagen vertilgt, der Punsch aber in 160je 60 Liter fassenden Töpfen .gebraut, die im Durchschnitt nicht wenigerals viermal frisch gefüllt werden mußten. Nichtsdestoweniger kosteteuns diese kolossale Gastfreundschaft — vom Feuerwerke abgesehen —fast gar nichts. Denn die Rinder waren Geschenke — und zwar nurein Teil der uns von zahlreichen Stämmen als Zeichen dankbarerWertschätzung dargebrachteu — das Wild hatten wir natürlich nichtgekauft, sondern geschossen, und Feld- wie Gartenfrüchte waren hier an derGrenze von Kikuja so billig, daß man die Preise eigentlich nur nomi-nelle neunen konnte; was dagegen den Punsch anlangt, dessen wichtigsterBestandteil bekanntlich Rum ist, ein Saft, der in Massai- und Kikuja-laud — glücklicherweise — nicht heimisch ist, so hatten unsere Technikerauch diesen dadurch verschafft, ohne unsere ohnehin zur Neige gehendenmitgebrachteu Vorräte anzugreiseu, daß sie denselben an Ort und Stellebrannten. Unter den mitgenommenen Maschinen und Geräten befandsich nämlich auch eine Destilierblase. Diese wurde ausgepackt, wild-wachsendes Zuckerrohr war in Menge vorhanden und so gab es alsbaldRum in Fülle. Nur wurde dafür Sorge getragen, daß dieser Vorgangnicht etwa von den Eingeborenen erlauscht und späterhin nachgeahmtwerde, denn die Rumflasche — diese Pest der Negerlünder — wolltenwir nicht unter unseren Nachbarn einbürgern. Den Punsch, den wirihnen kredenzten, erhielten sie heiß, aber anständig verdünnt, etwa10 Teile Wasser auf einen Teil Rum, was übrigens nicht hinderte,daß während der zwei Festtage 18 Hektoliter dieses edlen Nasses in denimprovisierten Bowlen verschwanden. Der Jubel, insbesondere währenddes Feuerwerkes, war unbeschreiblich, und als wir vollends, nachdemein Trompetentusch Stillschweigen geboten hatte, durch stimmkräftige