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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
Seite
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unter den Niesenseeu Centralafrikas, münden. Alle Stämme unter-wegs nahmen uns wie alte Freunde auf, selbst diejenigen, mit denenwir noch kein Bündnis geschlossen hatten. Zn ihnen allen war dieWundermär von den weißen Männern gedrungen, die sich bei ihnenansiedeln wollen und die so mächtig und freigebig zugleich seien; MdangosEinladung zum Schauri am Naiwaschasee war überall freudig ausge-nommen worden, große Scharen waren schon unterwegs, andereschlossen sich uns an oder versprachen nachzufolgen. Bon „Hongv"nirgend die Rede, kurzum, wir hatten gewonnenes Spiel in allen Gauendes Landes.

Am 12. erreichten wir die Grenze des Kiknjalandes, dem entlangder weitere Weg an den Naiwascha sich hinzieht. Die schlimmen Be-richte über den heimtückischen, häßlichen Charakter dieses Volkes warenuns von den Kapte-Massai, ihren unmittelbaren Nachbarn, in ver-stärkter Form wiederholt worden; inzwischen aber hatten wir von an-derer Seite durchaus verschieden klingende Darstellung erhalten. Unserebeiden Damen führten nämlich ein Andorobomädchen mit sich, welchessie in Taweta ausgenommen hatten. Die Andorobo sind ein Jägervolk,welches ohne festen Wohnsitz durch das ganze ungeheure Gebiet zwischendem Ukerewesee und der Zanzibarküste hin zu finden ist; aus einemStamme dieses Volkes, welcher die Gegenden am Fuße des Kenia,nördlich von Kikuja, nach Elefanten durchstreift, war Sakemba — sohieß das fragliche ungefähr 18 Jahre zählende Mädchen — vor zweiJahren von Massai geraubt worden; diese verhandelten sie an eineSuahelikarawane, mit welcher sie nach Taweta kam. Das Mädchenhatte — eine Seltenheit bei diesen Rassen — eine unbesiegliche Sehn-sucht nach ihrer Heimat, und da meine Schwester und Beiß Ellen, inTaweta vor uns angelangt, auf Befragen erzählten, sie warteten aufeine nach dein Kenia ziehende Karawane, so wandte sich jene mit derflehenden Bitte an die Beiden, sie ihrem gegenwärtigen Herrn abzu-kaufen und in ihre Heimat mitzunehmen; dort würden ihre Angehörigengern einige schöne Elefantenzähne an ihre Auslösung wenden. Durchdas inständige Flehen des Negermädchens gerührt, bewilligten Klaraund Miß Fox sofort diese Bitte, d. h. sie bezahlten den Herrn, schenktender Andorobo die Freiheit und versprachen ihr, sie mitzunehmen.Dieses, als sehr intelligent und über die Verhältnisse ihres Heimat-landes wohlunterrichtet sich erweisende Mädchen hatte schon in Miverunigehört, wie schlecht die Massai von den Wakikuja sprachen und beinächster Gelegenheit seinen Beschützerinnen versichert, daß die Sachelange nicht so schlimm sei. Massai und Wakikuja wären alte Feindeund da sie einander demzufolge gegenseitig möglichst viel Übles zufügen,so glaubten und erzählten sie auch alles erdenkliche Böse über einander.Wahr wäre allerdings, daß die Wakikuja lieber ans dem Hinterhalt