4. Kapitel.
Nach Massailand führen von Taweta zwei Wege, der eine west-lich vorbei am Kilima durch das Gebiet der Wakwafi; der andeream Ostabhange des Gebirgsstockes durch die verschiedenen Tribns derWadjagga.
Das Land ist fruchtbar und schön auf beiden Seiten; wir wähltenaber die letztere Route, weil die Wakwafi eben im Kriege waren mitden Massai und wir uns in keine überflüssigen Händel mengen wollten,auch ganz im allgemeinen der Verkehr mit den friedfertigen und schüch-ternen Wadjagga dem mit den rauflustigen Wakwafi vorzuziehen ist.In kleinen Tagemärschen zogen wir vorbei an dem wildromantischen,von düsteren, senkrecht abfallenden Felsen eingefaßten Dschallasee, durchdie waldigen Bergabhänge von Rombo und durch die Hochebenen vonUseri, übersetzten dabei drei nicht unansehnliche, wasserreiche Bäche, dievereint den Tsabofluß bilden, und zahllose Quellen, die allenthalbenvom Kilima herunterrieselnd, die saftigen Wiesen und die wohl-angebauten Felder der Eingeborenen bewässern. Ueberall tauschten wirreiche Geschenke und schlossen Freundschaftsbündnisse. Nebenbei wurdeauch der Jagd gepflegt, die Antilopen, Zebras, Giraffen und Rhinocerosin großer Menge ergab.
Am 28 . Mai trafen wir an der Grenze von Leitok-i-tok, dem süd-östlichen Grenzdistrikt von Massailand ein. Als wir den Rongeibachüberschritten, stieß unser Freund Mdango in Begleitung zahlreicherseiner Krieger zu uns. Sein Bericht war befriedigend. Die ihmaufgetragene Botschaft hatte er nicht bloß den Alten und den Kriegerndes eigenen Stammes, sondern allen Stämmen von Leitok-i-tok bis andie Grenzen von Kapte übermittelt und sie zu einem großen Schauriam Minjenjeberge — einen halben Tagmarsch von der Grenze gegen