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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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Useri — eingelanden. Sie waren zahlreich erschienen, El-Morun undEl-Moran, d. i. verheiratete Männer und Krieger, letztere in einerGesamtstärke von über 3000 Mann, nnd vorgestern hatten sie vomMorgen bis Abend verhandelt. Das Ergebnis war der einstimmigeBeschluß, uns ein Freundschaftsbündnis anzutragen.

Bald darauf nahten die Massai in Hellen Haufen. Wir ludensie in unser Lager, wo wir sie Mann für Mann reichlich beschenkten.Zuerst bekam Mdango für seine diplomatischen Bemühungen ein buntes,goldgesticktes Ehrenkleid (wo bei Geschenken von „Gold" die Rede ist,welches die Centralafrikaner nicht kennen und nicht schätzen, muß überallunechte Waare verstanden werden), eine silberne Taschenuhr, ein Eß-besteck aus Weißblech und einige Zinnteller. Die Verwendung undBehandlung der letztgenannten Dinge mußte ihm allerdings erstbeigebracht werden, doch sei bemerkt, daß Mdangos Uhr voll da abstets in gutem Gange blieb und daß er sich bxi feierlichen Gelegenheitendes Messers und der Gabel mit angemessener Würde bediente.

Andere Massaigrößen wurden gleichfalls, wenn auch nicht so

verschwenderisch wie der vielbeneidete Mdango, mit auserlesenen Dingenbedacht; alle El-Moran aber erhielten außer Perlenschnüren nnd Tüchernfür ihre Mädchen die vielbegehrte rote Hose, die verheiratete Männerfarbige Mäntel, nnd jedes Weib — Frau oder Mädchen — das unserLager mit seinem Besuche beehrte, ward durch Bilder, Perlen, Zeugeund allerlei broncenen und gläsernen Tand erfreut. Das Verteilendieser Gaben nahm viele Stunden in Anspruch, trotzdem etwa fünfzigvon uns damit beschäftigt waren. Es hielt eben schwer, in dieser

entzückt durcheinander schwatzenden und wogenden Masse Ordnung zuhalten. Erst als die Sonne sich ihrem Untergange zuneigte, verließendie letzten Massaimänner unser Lager, während gerade die hübschestender jungen Mädchen und Frauen keine Miene machten, die heimischenPenaten aufzusuchen. Die Männer bemerkten es, fanden es jedoch

sichtlich in der Ordnung, daß ihre Frauen und Töchter so freigebigenFremden auch nach Sonnenuntergang Gesellschaft leisten. So will esdie Sitte in Massailand, und wir hatten Mühe, uns vor derenKonsequenzen zu bewahren, ohne die zwar nach ranzigem Fett duftenden,sonst aber selbst nach europäischen Begriffen wohlgebildet zu nennendenbraunen Damen zu beleidigen.

Am nächsten Vormittag schritten wir zum Abschlüsse des Friedens-und Freundschafsvertrages. Johnston forderte jeglichen Kral — es

waren deren 17 aus Laitok-i-tok und 4 aus Kapte vertreten — auf,den Leitunu und Leigonani der El-Moran und je zwei der El-Morunzu entsenden, die den Vertragsabschluß mit uns vollziehen sollten.Dieser Wahlakt ging merkwürdig rasch von statten und schon eineStunde später war die Ratsversammlnng, an welcher unsererseits bloß

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