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gegen. Diese stutzten und hielten, als sich ihnen der ungewohnte An-blick einer ansprengenden Kavallericinasse darbot, worauf auch wir unserTempo mäßigten und langsam bis auf hundert Meter heranritten.Nun machten wir Halt und Johnston, der den Massaidialekt leidlichspricht, ritt einige Schritte vor die Front, mit lauter Stimme fragend,was sie wollten. Darauf gab es unter den Massai eine kurze Be-ratung, dann trat auch ihrerseits ein Mann vor und fragte, obwir Tribut zahlen oder kämpfen wollten? „Ist das Euer Land",war die Gegenfrage, „daß Ihr Tribut verlangt? Wir zahlen NiemandTribut; wir haben Geschenke für unsere Freunde, schreckliche Waffenfür unsere Feinde. Ob die Massai unsere Freunde werden wollen,werden wir sehen, wenn wir sie in ihrem Lande besuchen. Mit denWa-Duruma aber haben wir schon Freundschaft geschloffen und wirerlauben daher Niemand, sie zu berauben. Gebt die Gefangenen unddie Beute freiwillig heraus und kehret zurück in Eure Krals, damitwir nicht genötigt seien, unsere Waffen und Medizinen (Zaubermittel)gegen Euch zu gebrauchen, was uns sehr leid thäte, denn wir wünschen,Freundschaft auch mit Euch zu halten".
Letztere Versicherung wurde offenbar für ein Zeichen der Schwächeangesehen, denn die Massai, die anfangs etwas eingeschüchtert schienen,schwangen nun drohend unter gewaltigem Geschrei ihre Speere undsetzten sich neuerdings gegen uns in Bewegung. Da erklangen aber-mals unsere Trompeten, und während wir Reiter vorsprengten, eröff-neten die Kanonen und Raketen ihr Feuer — nicht auf die Gegner,in deren dichtgedrängten Massen sie eben so schreckliche als über-flüssige Verheerungen angerichtet hätten, sondern über deren Köpfehinweg. Die Massai hielten nur einer einzigen Salve Stand; als dieGeschütze donnerten, die Raketen zischend und knatternd über sie hin-fegten, wandten sie sich augenblicklich heulend zu wilder Flucht. UnsereArtillerie sandte ihnen noch einige Salven nach, um ihren Schreck wo-möglich zu steigern, während die Reiter sich damit beschäftigten, Ge-fangene zu machen und die in der Ferne sichtbar werdenden, von denMassai erbeutet gewesenen Sklaven und Rinder in unsere Gewalt zubringen.
Beides gelang; nach kaum einer halben Stunde hatten wir 43Massai's und die ganze Beute in der Hand. Die in Sklaverei gefal-lenen Duruma-Weiber und Kinder zu befreien, wäre uns, nebenbei be-merkt, kaum so vollständig gelungen, wenn dieselben nicht in einerWeise gefesselt gewesen wären, die ihnen rasches Laufen unmöglichmachte. Als nämlich diese armen Geschöpfe den Lärm des Gefechtssahen und hörten, machten sie verzweifelte Anstrengungen, davon- undzwar den fliehenden Massai nach-zulaufen. Klüger benahmen sich dieRinder, die durch die Schüsse und Raketenschläge zwar auch in hoch-