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unten brandenden Meere zu, dessen dumpfes Grollen trotz der Ent-fernung von mindestens 7 Kilometern in der Luftlinie deutlich zu hörenwar — und vorwärts ging es unter Hörnerklang die ziemlich steilen,doch nicht eben ansehnlichen Höhen hinan, die uns von der am Ein-gänge ins Innere liegenden sogenannten Wüste trennten. Diesen Namenverdient jedoch dieser alsbald von uns erreichte Landstrich offenbar nurin der heißen Jahreszeit; jetzt, wo die dreimonatliche Regenepochekaum erst abgeschlossen war, fanden wir die Landschaft eher parkähn-lich. Schönes, wenn auch nicht eben hohes Gras wechselte ab mitGebüschen von Mimosen oder Zwergpalmen und mit kleinen Akazien-gruppen. Als wir nach zwei Stunden die letzten Ausläufer des Küsten-gebirges hinter uns hatten, wurde das Gras noch üppiger, die Bäumehäufiger und höher, zahlreiche Antilopen zeigten sich in der Ferne,waren aber sehr scheu und wurden alsbald von den Hunden, denendas nutzlose Jagen noch nicht abgewöhnt war, verscheucht. Gegen 11Uhr wurde unter dem Schatten eines von dichten Schlingpflanzen zueinem förmlichen Riesenbaldachin umgestalteten Palmenhaines Rast ge-macht und abgekocht. Wir alle, Menschen und Tiere, waren trotz desblos dreistündigen Marsches sehr erschöpft; das vorangegangene vier-stündige Rennen und Laufen im Lager war eben auch gerade keine Er-holung gewesen und die Hitze hatte von 10 Uhr ab angefangen höchstunangenehm zu werden.
Durch eine reichliche Mahlzeit, deren Hauptbestandteil zwei fette,unterwegs gekaufte Ochsen waren, und die erquickende Ruhe im Schattendes dichten Lianen-Baldachins gestärkt, brachen wir schon um 4 Uhrnachmittags wieder auf nnd erreichten nach sehr anstrengendem, nahezufünfstündigem Marsche den von unserer Vorhut bereiteten Lagerplatz,in der Nähe eines Wakambadorfes zwischen Kwale und Mkinga. DieVorhut selber trafen wir nicht mehr; sie hatte hier Mittagsrast ge-halten und war mehrere Stunden vor unserer Ankunft weiter marschiert,um ihren Vorsprung nicht zu verlieren. Dafür hinterließ sie uns unterder Obhut eines der Ihrigen elf verschiedene Antilopen, die ihre Jägerunterwegs geschossen, zum Abendimbiß.
Am Morgen des zweiten Marschtages befanden wir uns — ein-gedenk der Qualen des gestrigen Vormittags — schon um 4'/? Uhrunterwegs. Das Land war anfangs recht offen; schon nach zweiStunden aber erreichten wir das Gebiet von Duruma, wo unser Vor-trab sichtlich heiße Arbeit gefunden hatte. Kilometerweit zog sich derPfad durch dornige Gestrüppe abscheulichster Art, in denen ohne dieBeile und Messer unserer wackeren Weg-Arbeiter an ein Fortkommen mitPacktieren nicht zu denken gewesen wäre. Da jene jedoch tüchtig auf-geräumt hatten, so kamen wir überall rasch und ohne Hindernis hin-durch. Gegen 8 Uhr wurde der Weg wieder besser nnd das wechselte