Druckschrift 
Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

3. Kapikrl.

Am Morgen des 5. Mai weckten uns die Horn- und Trommel-signale der Kirangozis (Karawanenführer), wie angeordnet war, um3 Uhr ans dem Schlafe. Große, schon Abends vorher bereit gelegteLagerfeuer wurden angezündet, an denen das Frühstück — Thee oderKaffee mit Eiern und kaltem Fleisch für uns Weiße, eine Fleisch- undGemüsesuppe für die Suahelis — gekocht und bei deren Schein dieVorbereitungen für den Abmarsch getroffen wurden. Der Vortrab,bestehend aus den 100 Eclaireuren und 20 leichtbeladenen Packpfcrden,brach, begleitet von 30 Berittenen, schon eine Stunde später auf.Ihm war die Aufgabe zugewiesen, den Weg, wo er durch Dschungeloder dichtes Gehölz führte, mit Axt, Faschinenmesser und Haue soweitzu lichten, daß unsere umfangreichsten Gepäckstücke ungefährdet aufdem Rücken der Tragtiere passieren könnten, Gewässer nach Thunlich-keit zu überbrücken und die Lagerplätze für das nachrückende Haupt-korps vorzubereiten. Zu diesem Behufe mußte diese Truppe — jenach der Beschaffenheit der vor uns liegenden Wegstrecke — einigeStunden bis zu einigen Tagen Vorsprung nehmen. Für den An-fang, wo nach Aussage der wegekundigen Führer sonderliche Hinder-nisse nicht zu erwarten waren, genügte ein Vorsprung von wenigenStunden.

Der Hauptzug war erst um 8 Uhr in Ordnung. Die Spitzenahmen hier 150 von uns Weißen, voran Johnston und ich; dannfolgten in langer Linie zuerst die Handpferde, dann die Esel, zumSchluß die Kamele; der Nachtrab war durch 20 Weiße gebildet. Soverließen wir endlich, als die Sonne schon heiß herniederbrannte,unseren Lagerplatz, warfen einen letzten Blick nach dem malerisch hinteruns gelegenen Mombas zurück, sandten unsere Scheidegrüße dem da