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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
Seite
18
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— Ist —

Die halbe Bevölkerung der Insel hatte sich aufgemacht, uns zubegrüßen. Ter Ruf war uns voraufgegangeu und wie es schien, keinschlechter Ruf, denn nicht bloß die hier lebende, während der letztenJahre auf nahezu 200 Köpfe angewachsene europäische Kolonie, sondernauch Araber, Hindu und Neger wetteiferten an Freundlichkeit undEntgegenkommen. Die erste Persönlichkeit, die uns in Empfang nahm,war natürlich unser Zanzibarer Bevollmächtigter, der uns auch sofortdie erfreuliche Versicherung gab, daß er alles ihm Aufgetragene vollbrachthabe und daß angesichts der uns gegenüber herrschenden Stimmungdie Anwerbung der erforderlichen eingeborenen Mannschaften mit größterLeichtigkeit von statten gehen werde.

Am 26. April verließen wir mit der Aurora Zanzibar und kamenam Morgen des nächsten Tages wohlbehalten in Mombas an. Unseresämtlichen Tiere und den größten Teil der Waren hatten wir schonsieben Tage vorher in Begleitung eines Trupps der in Zanzibar auf-genommenen Wärter und unter Aufsicht von 10 Mann der Unsrigen— gleichfalls mit der Aurora — dahin gesendet, wo wir sie alle insehr guter Verfassung und zumeist auch schon erholt von den Strapazender Seereise antrafen. Um die angeworbenen Leute zu mustern undjeglichem seine Obliegenheiten zuzuteilen, bezogen wir außerhalb derStadt Mombas in einem kleinen Palmenhaine mit herrlicher Aussichtauf das Meer ein Lager. Für je 2 Handpferde oder Kamele und fürje 4 Esel wurde je ein Treiber und Wärter bestellt, so daß zu diesemBehufe von unseren 280 Suaheli-Leuten 145 beansprucht waren; 35wurden zum Tragen leichter und zerbrechlicher oder solcher Gegenständeausersehen, die jederzeit zur Hand sein mußten; 100 — unter diesenselbstverständlich die Wegführer und zwei Dolmetscher — dienten alsVorhut. Am 2. Mai war all dies organisiert und durchgeführt,

die Lasten verteilt, jedem Manne sein Platz angewiesen; der Zug insInnere konnte angetreten werden.

Da wir aber programmgemäß nicht vor dem 5. Mai abmarschierendurften, um zuvor noch das am 3. oder 4. in Zanzibar eintreffendeeuropäische Postschiff abzuwarten, welches uns die letzten Nachrichtenvon unseren Freunden und allenfallsige Anordnungen des Ausschussesüberbringen sollte, so hatten wir einige Tage der Muße vor uns, diewir dazu benutzen konnten, die Gegend um Mombas zu besichtigen.

Der Ort selber liegt auf einem Jnselchen, welches hier von einemsich ins Meer ergießenden und zu einer mächtigen Bucht sich aus-weitenden Flusse gebildet wird, dessen Ufer einige dichte Mangrove-sümpfe umgeben. Der Aufenthalt unmittelbar an der Küste und aufMombas selber ist daher nicht ganz gesund und keineswegs für längereZeit rätlich. Aber schon wenige Kilometer landeinwärts finden sichsanftgeschwungene Hügel, bestanden mit prachtvollen Gruppen von