Zuges auch nicht ein Fall von Widersetzlichkeit vor, wogegen aller-dings auch von Seiten der Offiziere kein Fall überflüssigen barschenBeschleus bemerkt werden konnte.
Als der Zeitpunkt unserer Weiterreise nach Zanzibar herannahte,waren wir eine vollkommen eingeübte Elitetruppe. Im Manövrierenkonnten wir es mit jedem Gardekorps aufnehmen — natürlich nurhinsichtlich jener Übungen, die Schlagfertigkeit und Beweglichkeit einemetwaigen Feinde gegenüber, nicht aber den Parademarsch und die s. g.militärischen Honneurs zum Gegenstände haben. In letzterer Beziehungwaren und blieben wir so unwissend wie die Hottentotten; dafür konntenwir ohne Beschwer 24 Stunden lang mit bloß sehr kurzen Unter-brechungen marschieren oder im Sattel sein, unser Schnellfeuer abgab schonauf 1000 Meter Entfernung eine ganz ansehnliche Zahl von Treffern;auch unser Granatenfeuer wäre im Bedarfsfälle nicht zu verachten ge-wesen und ebenso trefflich wußten wir mit einer kleinen Batterie Cou-grsve'scher Raketen umzugehen, die Johnston auf den Rat eines imSudan bedienstet gewesenen ägyptischen Offiziers, eines geborenenÖsterreichers, der sich in Alexandrien häufig als Zuschauer bei unserenÜbungen eingefunden, aus Triest hatte nachsenden lassen.
Am 30. März schifften wir uns auf der „Aurora", einem präch-tigen Schraubendampfer von 3000 Tonnen ein, den der Ausschuß vonder englichen P. L O.-Company gechartert hatte und der, nachdem erzuvor in Liverpool, Marseile und Genua die für uns bestimmtenWaren an Bord genommen, am 22. Mürz, in Alexandien eingetroffenwar. Die Einschiffung und sichere Unterbringung von 200 Pferdenund 60 Kamelen, die in Ägypten gekauft worden waren, nahm meh-rere Tage in Anspruch; doch hatten wir keinen Grund zur Eile, dader eigentliche Zug ins Innere Afrikas der Regenzeit wegen ohnehinnicht vor dem Monat Mai angetreten werden sollte. Von Alexandrienbis Zanzibar aber rechneten wir — den Aufenthalt in Aden behufsEinschiffung der noch notwendigen Pferde und Kamele eingerechnet —höchstens 20 Tage. Es blieben uns also noch immer zwei Wochenfür Zanzibar und für die Überfahrt nach Mombas, von wo aus wioden Weg zum Kilima Ndscharo und Kenia antreten wollten und wrwir uns, der an der Küste angeblich herrschenden Fiebergefahr wegen,keinen Tag länger als notwendig aufzuhalten gedachten.
Es ging auch alles ganz programmgemäß von statten. In Adentrafen wir unseren Agenten mit 120 der prachtvollsten edelsten JemenerPferde und mit 25 Kamelen nicht minder vorzüglicher Rasse; ebensowurden hier 115 Esel eingeschifft, die gleich den Kamelen infolge ge-änderter Anordnung in Arabien statt in Zanzibar, resp. Ägyptengekauft worden waren. Am 15. April warf die „Aurora" imHafen von Zanzibar Anker.
Hertz ka, „FreUand".
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