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gehe, muß ich einen Zwischenfall erwähnen, den wir im Ausschüsse miteiner jungen Amerikanerin hatten, die durchaus in die Expedition aus-genommen werden wollte. Die Dame war reich, schön und excentrisch,eine schwärmerische Anhängerin unserer Ideen und sichtlich nicht ge-wöhnt, an die Möglichkeit irgend eines ernstlichen Widerstandes ihrenWünschen gegenüber zu glauben. Sie hatte der Gesellschaft eine sehr-bedeutende Summe gewidmet und sich jetzt in den Kopf gesetzt, mit unterden Ersten zu sein, welche die neue afrikanische Heimat betreten würden.Ich muß gestehen, daß mich das herrliche Mädchen dauerte, das sicht-lich von verzehrendem Thatendrange erfüllt war und die seinem Ge-schlechts gegenüber au den Tag gelegte ängstliche Schonung als be-schämende Zurücksetzung empfand. Allein es ließ sich nichts thun; wirhatten mehrere Frauen, die in Begleitung ihrer als Pfadfinder ange-nommenen Ehemänner die Expedition mitmachen wollten, dies abgeschlagenund konnten jetzt keine Ausnahme machen. Die junge Miß wandtesich hierauf, da ihr Drängen bei uns Männern vom Ausschüsse nichtshalf, an unsere weiblichen Angehörigen, die sie rasch ansgekundschaftethatte; allein auch dort erntete sie geringen Erfolg. Sie wurde zwarvon den Damen herzlich und liebenswürdig ausgenommen, denn sie warin der That reizend in ihrer Schwärmerei; aber das war in den Augender Frauen nur ein Grund mehr, den Männern darin Recht zu geben,daß so zarte Geschöpfe nicht in die Gefahren und Entbehrungen einerForschungsreise gehören. Man hätschelte und schmeichelte ihr wieeinem verzogenen Kinde, welches Unmögliches fordere, und dasbrachte Fräulein Ellen Fox — so hieß die Amerikanerin — vollendsaußer sich.
Plötzlich schien sie beruhigt und zwar auffallenderweise kurze Zeitnachdem sie die Bekanntschaft einer anderen Dame gemacht, die gleich-falls, wenn auch aus anderen Gründen, unsere Expedition mitzumachenbeabsichtigte. Diese andere Dame war meine Schwester Klara. Wollte jeneans Begeisterung für unsere Ideen mit nach Afrika, so war diese ausAbscheu und Angst vor diesen selben Ideen zu dem gleichen Entschlüssegelangt. Meine Schwester — um zwölf Jahre älter als ich und lediggeblieben, weil sie keinen Mann zu finden vermocht, der ihren Vor-stellungen von Distinktion und vornehmem Wesen genügend entsprochenhätte — ist eine der besten, im innersten Herzen edelsten, aber vonden mannigfaltigsten Vorurteilen festest eingesponnenen Frauen, auf dieich während der 26 Jahre meines bisherigen Lebens gestoßen. Sieist nicht kaltherzig, ihre Hand jedem Hilfsbedürftigen gegenüber stetsoffen, aber vor allem, was nicht den sogenannten höheren, gebil-deten Ständen angehört, hat sie eine unüberwindliche Mißachtung.Als sie durch mich zum ersten Male von der socialen Frage Nähe-res erfuhr, flößte es ihr Grauen ein, daß vernünftige Menschen