stand wurde nicht bestritten und die Rechnung erwies sich auch nach-träglich insofern richtig, als die Expedition in Wahrheit 52500 ^ ver-schlang; aber übereinstimmend wurde hervorgehoben, daß es eine nütz-lichere Verwendung der doch so reichlich zu Gebote stehenden undfortwährend in raschem Wachsen begriffenen Geldmittel gar nicht gebenköune, als den Aufwand für alles, was geeignet sei, den Erfolg derExpedition zu beschleunigen und das neu zu gründende Gemeinwesenans möglichst gedeihlicher Grundlage einzurichten.
Hierauf wurde zu eingehender Beratung und Feststellung desgesamten anzuschaffenden Materials geschritten. Als alles verzeichnetund seinem Gewichte nach abgeschätzt war, zeigte sich, daß wir unge-fähr 1200 Zentner würden zu befördern haben und zwar:
150 Ztr. verschiedene Lebensmittel und Getränke;
120 „ Reisegeräte (darunter 50 wasserdichte Zelte für je4 Mann);
160 „ verschiedene Sämereien und Materialien;
220 „ Werkzeuge, Maschinenbestaudteile und Instrumente;
400 „ Tauschwaren und Geschenke;
120 „ Munition und Sprengstoffe.
Außerdem wurden auf Johnstnns besonderen Wunsch bei Kruppin Essen 4 leichte stählerne Gebirgskanonen für Sprenggeschosse bestellt.Seine Absicht bei dieser Anschaffung war keineswegs, diese Mordwaffenernstlich gegen etwaige Feinde zu gebrauchen; aber er rechnete darauf,durch den Schrecken, den dieselben erforderlichenfalls erregen mußten,den Frieden desto sicherer erhalten zu können. Dazu kamen im letztenMomente 300 Werndlgewehre samt entsprechenden Patronen, sehr guteHinterlader, die wir billig von der österreichischen Regierung erstandenund teils als Reserve, teils zur Ausrüstung eines Teils der in Zanzi-bar anzuwerbenden Neger gebrauchen konnten.
Diese ansehnliche Last sollte auf 100 Saumpferde, 200 Esel undMaultiere und 80 Kamele verladen werden. Da wir außerdem200 Pferde brauchten, um uns beritten zu machen und auch eine kleineReserve zum Ersätze unterwegs eingehender Tiere wünschenswert war,so wurde beschlossen, in allem 320 Pferde, 210 Esel und 85 Kamelezu kaufen, die Pferde teils in Ägypten, teils in Arabien, die Kamele inÄgypten, die Esel in Zanzibar.
Alle erforderlichen Anschaffungen wurden sofort gemacht. UnsereBevollmächtigten wählten und bestellten alles an erster Quelle; nachJemen in Arabien und nach Zanzibar wurde je ein Einkäufer fürPferde und Esel gesendet, und nachdem dies besorgt oder angeordnetwar, machten Johnston und ich — die wir inzwischen innige Freund-schaft geschlossen hatten — uns auf den Weg nach Alexandrien.
Bevor ich jedoch zur Schilderung unserer dortigen Thäigkeit über-