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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
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unbekannte und geheimnisvolle Kräfte und Eigenschaften des Menschenfingiert, sondern sich überall auf dem Boden der nüchternsten Wirklich-keit bewegt. Der Schauplatz der von mir dargestellten Begebenheitenist kein phantastisches Märchenland, sondern ein der modernen Erd-kunde sehr wohl bekannter Teil unseres Planeten, den ich nicht andersschildere, als seine Entdecker und Erforscher es thaten; die Menschen,die in meiner Erzählung auftreten, sind mit keinerlei überirdischenEigenschaften und Tugenden ausgerüstet, sondern Geist von unsermGeiste, Fleisch von unserm Fleische, und die Triebfeder ihres wirtschaft-lichen Handelns ist nicht Gemeinsinn oder allgemeine Menschenliebe,sondern ganz gewöhnlicher und simpler Eigennutz. Alles in meinem„Freiland" ist streng real; nur eine Fiction liegt der ganzen Erzählungzugrunde, die nämlich, daß sich mit dem Mittelmaß von Fähigkeitenund Kräften ausgestattete Menschen in genügender Zahl thatsächlich schongefunden hätten, um den erlösenden Schritt von der herrschenden aus-beuterischen Wirtschaftsordnung zu einer Ordnung der sozialen Gleich-berechtigung und Freiheit zu unternehmen. Trifft diese eine Voraus-setzung zu — und daß dies, wenn auch nicht gerade unter den von mirgezeichneten Formen, früher oder später geschehen, wird, gilt inmeinen Augen als zweifellos — so ist „Freiland" Wahrheit geworden,die Befreiungsthat der Menschheit vollbracht. Denn die Zeit derKnechtschaft ist abgelaufen, jene Herrschaft über die Naturkräfte, die derBegründer der modernen Naturwissenschaft in seiner-Xova Atlantis vor-ahnend als Ende des menschlichen Elends besungen, ist nun thatsächlicherreicht, und was uns deren Früchte heute noch vorenthält, was unshindert, von den Entdeckungen und Erfindungen der großen Geisterunserer Rasse vollen Gebrauch zu machen, das ist einzig jenes trägeBeharrungsvermögen, welches Gesetze und Einrichtungen noch in Krafterhält, nachdem die Voraussetzungen, unter denen sie entstanden, längstverschwunden sind.

Da dies Buch den Anspruch erhebt, in erzählender Form ein Bildder wirklichen sozialen Zukunft zu bieten, so ist es selbstverständlich,daß selbes in allen seinen wesentlichen Teilen der strengsten fach-männischen Kritik Stand halten muß. Dieser übergebe ich es denn hie-mit ausdrücklich mit dem Beifügen, daß mein Werk als mißlungen, jaals Ausgeburt leichtfertiger Phantasterei bezeichnet werden darf, wennmir nachgewieseu werden sollte, daß mit normalem Durchschuittsverstandausgerüstete Menschen unter dem Walten der von mir erläuterten Prin-zipien in irgend einem wesentlichen Punkte zu anderen als den vonmir geschilderten Ergebnissen gelangen könnten, oder daß diese Prin-zipien selber etwas anderes enthalten, als was vom gesunden Menschen-verstände als selbstverständliches Postulat der Gerechtigkeit sowohl alsdes erleuchteten Eigennutzes zugegeben werden muß.