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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
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daß noch immer kein erhellender Lichtstrahl in das Dunkel dieses —des sozialen — Problems gefallen ist, trotzdem die edelsten und bestenGeister der Gegenwart sich um dasselbe bemühen, liegt zum Teil daran,daß die Lösung in einer ganz falschen Richtung gesucht wurde.

Sehen wir z. B. was Stuart Mill über diesen Gegenstand sagt:„Ich blickte vorwärts ... in ein zukünftiges Zeitalter, dessen An-schauungen (und 'Einrichtungen) so fest gegründet auf Vernunft und diewahren Anforderungen des Lebens sein würden, daß sie niemals wie-der gleich allen früheren und gegenwärtigen religiösen, ethischen undpolitischen Meinungen umgestoßen und durch andere ersetzt werdenkönnten" (Autobiographie Seite 166).

Noch deutlicher spricht sich im selben Sinne Laveleye am Schlüsseseines Buches „Os lg, xi-oxrietö" aus: „Es gibt eine Ordnung der

menschlichen Dinge, welche die beste ist.Gott kennt sie und

will sie. Der Mensch muß sie entdecken und einführen."

Eine absolut beste ewige Ordnung ist es also, auf welchebeide warten — obwohl sie, wenn man genauer zusieht, eigentlich beidewissen sollten, daß sie damit Unmögliches erstreben. Denn Mill hatwenige Zeilen, bevor er jenen merkwürdigen Satz schrieb, selber hervor-gehoben, daß alle menschlichen Dinge in steter Umwandlung begriffenwaren, er stützt gerade auf diese Erkenntnis die Zuversicht, daß auchdie gegenwärtig geltenden Einrichtungen bloß vorübergehende sein könntenund er müßte sich also bei ruhigem Nachdenken sagen, daß dies ganzoffenbar auch in Zukunft so bleiben, daß es folglich immerwährenddauernde menschliche Einrichtungen niemals geben werde. Und ebensosollte man meinen, daß Laveleye mit seinem „Gott kennt sie und willsie" zugegeben hätte, daß es nicht Sache der Menschen sein könne,diese Gott allein bekannte absolut beste Ordnung sei es zu entdecken,sei es einzuführen. Denn insofern hat er durchaus Recht: wenn eswirklich eine absolut beste Ordnung gibt, so ist es Gott allein, der siekennt; da es aber nicht Sache der Wissenschaft sein kann, auf göttlicheOffenbarungen zu warten, da zudem eine solche absolut beste Ordnungnur von Gott, nicht aber von den Menschen eingeführt werden könnte,die Offenbarung des göttlichen Willens uns also nicht im mindestenhelfen würbe, so muß aus dieser Erkenntnis, daß Wissen und Wollendes absolut Guten Gott gebühre, logischerweise gefolgert werden, daßder Mensch nicht nach diesem, sondern nach dem ihm allein verständ-lichen und erreichbaren relativ Besten zu streben habe.

Und so ist es in der That. Die Lösung des sozialen Problemsdarf nicht in der Auffindung einer absolut guten, sondern in dereiner bloß relativ besten, d. h. einer solchen Ordnung der mensch-lichen Einrichtungen gesucht werden, die den jeweiligen Existenzbedingungender Menschheit am besten entspricht; und die geltenden sozialen Satzungen