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Freiland : ein soziales Zukunftsbild
Entstehung
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Vorwort zur ersten Auflage.

Die wirtschaftliche und soziale Ordnung der modernen Welt schließtein unheimliches Rätsel in sich, über welches nur satte Gedankenlosigkeitohne tiefinneres Grauen Hinweggleiten kann. Wir haben es in Künstenund Wissenschaften „so herrlich weit gebracht", daß die unbegrenzteKraft der Elemente uns dienstbar geworden; die gebändigten Natur-mächte harren des Winkes der Menschenhand, um bereitwillig jeglichegrobe, lästige Arbeit zu übernehmen und alle Bedürfnisse des Herren-volkes dieser Erde, der Menschen nämlich, dem Boden abzuringen, zuveredeln und zum Genüsse fertig zu stellen; unerschöpflicher Überflußbei mäßiger Arbeit für jeden vom Weibe geborenen sollte die selbstverständ-liche Folge sein — und siehe da, alle diese glorreichen Errungenschaftenhaben — wie Stuart Mill treffend sagt — auch nicht eines MenschenPlage zu vermindern vermocht, und was mehr ist, gerade die stetigwachsende Leichtigkeit der Erzeugung von Überfluß hat sich zum Fluchefür zahllose Menschen gestaltet, die Mangel am Notwendigsten leiden,weil es keine Verwendung für die vielen guten und nützlichen Dingegäbe, welche sie zu erzeugen vermöchten. Das ganze wirtschaftlicheTreiben der Gegenwart ist ein ununterbrochenes, verworrenes Ankämpfengegen die verschiedenen Symptome dieses unter dem Namen der „Über-produktion" bekannten, schrecklichen Übels; Schutzzölle, Kartelle undTrusts, Zunftbestrebungen und Strikes, sie sind insgesamt nichts anderes,als verzweifelter Widerstand der unterschiedlichen an der Güterproduk-tion beteiligten Klassen gegen die unerbittlichen Folgewirkungen der schein-bar so absurden, deshalb aber nicht minder realen Erscheinung, daßwachsende Leichtigkeit in der Erzeugung von Reichtümern Ruin undElend im Gefolge hat.

Daß aber die Wissenschaft diesem Rätsel ratlos gegenübersteht,