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Und in der Thal übte das Festspiel die weihevollste Stim-mung ans, wie sie der feierlichste Akt in einer Kirche nichtreiner Hervorbringen kann. Und diese gewaltige Wirkung hatteeD auf alle Zuhörer, Freunde und Feinde des Meisters, ansLeute jeden Standes, jeder Konfession, jeder Nation. Schreibtdoch z. B. ein Franzose darüber:
„Das Werk, das geradezu einen tosenden Beifallssturm her-vorrief, hinterläßt, immer gewaltig, einen alles beherrschendenEindruck der Hoheit und Lauterkeit."
Und als ob der Meister das Höchste geschaffen, dessenmenschliche Kunst fähig ist, rief ihn der Tod ab von der olym-pischen Höhe seines Ruhmes. Wie ein elektrischer Schlag durch-zuckte die Trauerbotschaft am 13. Februar 1883 die Herzenaller Kunstsinnigen, aller Gebildeten in ganz Deutschland, inganz Europa, ja in der ganzen Welt. Da war nur eineStimme, daß ein seltenes Genie dahingegangen, daß das leuch-tendste Gestirne am Künstlerhimmel erloschen, der „Töne Meister",ein ruhmvoller Herscher im Reiche des Klanges, ein Zauberergleich Orpheus, ein erhabener Prophet, ein kühner Held undein Märtyrer zugleich. Darum wurden ihm Ehren nach seinemTode, wie sie keinem Sieger und Befreier, keinem Fürsten undVater des Volkes bis dahin zu theil geworden. Und bei allerTragik welch schöner Tod! In geistiger Frische und Vollkraft,in ungeschwächter Rüstigkeit, auf dem Gipfel künstlerischenKönnens und Schaffens, einen nicht gealterten Jüngling raffteihn die unbarmherzige Todessichel hinweg. Wer denkt dabei.nicht wieder unwillkürlich an Siegfried, den furchtlosen Helden,den siegreichen Drachentödter und kühnen Erlöser der verzau-berten Brnnhilde, wie ihn der finstere Hagen, ein Sohn derNacht heimtückisch, als er am Borne des Lebens trank, durch-- bohrte?! —
l Und so folgen wir im Geiste dem Trauerzuge, der die
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