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sein Charakterbild zu entwerfen, dank der besonderen Hingabedes englischen Geschichtsschreibers Pulteney, welcher mit Rüh-rigkeit und Vorliebe der dankenswerthen Aufgabe sich widmete,bei den älteren seiner Zeitgenossen, welche Dillenius aus persön-lichem Umgang kannten, Erkundigungen einzuziehen und für dieNachwelt in seiner Geschichte der Botanik anfzubewahren. Nachdiesen Berichten war Dillenius ein in bescheidenen Verhältnissenlebender Mann von sanftem Charakter, welcher durch sein ernstesund unablässiges Streben fast keine Zeit und Gelegenheit ge-funden haben mochte, sich einen größeren Kreis von Freundenund Bekannten zu suchen. Er lebte daher in der Zurückgezogen-heit und nur solchen war die Freude seines näheren Umgangsbeschieden, deren Streben darauf gerichtet war, ihm zu begegnenund ihn näher kennen zu lernen.
Schwere Schicksalsschlüge, welche bei seinem Erdenwallenals Gelehrter und Mensch über ihn hereingekommen waren,beugten ihn zwar im Anfänge tief danieder, späterhin setzte ersich mit philosophischer Gleichgültigkeit und Ruhe darüber hin-weg. Ein Brief vom 13. Februar 1728, welchen Pulteneyseiner Lebensgeschichte des Gelehrten beifügt, zeigt uns diesesim klarsten Lichte. Es heißt daselbst:
„-Für die wenigen Jahre, welche ich gelebt hatte,
sind mir ebensoviel Trübsal und Widerwärtigkeiten als irgendjemand Anderem widerfahren. Diese habe ich durch Uebung,Zerstreuung und durch das Lesen einiger stoischer Philosophenüberwunden, und ich denke nun, daß mich kein Unfall mehrbeugen werde. Viel Dinge, welche mir hier in England so-wohl als in meinem Vaterlande begegnet sind, würden fastjeden Anderen niederwerfen. Nur vor zwei Tagen wurde mirder Tod eines sehr nahen Verwandten in einem Briefe gemeldet,welchem ich in seinem Unglücke mit Geld hatte beistehen müssen,um ihm wieder aufzuhelfen. (Es ist dies sein jüngerer Bruder
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